"if you can't beat them in the alley, you can't beat them on the Ice" - (Conn Smythe) Aus dem Poesiealbum der Broad Street Bullies, der deutschen Nationalmannschaft gewidmet!

Montag, 10. Dezember 2012

State of the Bundesliga - neue Folge

Bevor ich in leicht abgeänderter Form das gleiche Resümee der Eintracht-Vorrunde wie in den beiden Vorjahren ziehen konnte, machte mir die Mannschaft einen Strich durch die Rechnung. Die Bilanz seit Oktober war dürftig, aber der Sieg gegen Bremen hat mir etwas den Wind aus den Segeln genommen. Bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Mögliche 30 Punkte nach der Hinrunde wären wahrhaft sensationell, eine Niederlage im letzten Spiel würde doch eher einen negativen Eindruck - eben wegen der Gesamtbilanz seit Oktober - in die Winterpause mitnehmen lassen. Absurd, wenn man sich die Ausgangslage vor der Saison klar macht. Es ist im Grunde genommen eine Zweitligamannschaft, wenn man sich die vorherige Klassenzugehörigkeit der meisten Spieler anschaut. Wie Weiter? Russ, der in Wolfsburg gescheiterte, wird als Verstärkung (?) für die Abwehr gehandelt. m.E. nicht nötig. Wenn es stimmen sollte, daß er immer leicht untertrainiert und übergewichtig aus Urlauben zurückkehrte, dann würde es aktuell eingedenk der erschwerend hinzukommenden Inaktivität wahrscheinlich bis März/April dauern, bis er wieder wettkampftauglich wäre. Also lieber Finger weg!

Dann war da ja noch mein Lieblingsschiedsrichter, Herr Stark, schwach wie so oft und doch der deutsche Spitzenreferee. Setzt dem einstigen Skandal von Düsseldorf aus der letzten Saison (dem ja auch ein eklatanter Fehler in der seinerzeitigen Vorwoche vorausgegangen war) und dem auch mit Recht geahndeten Euro-Versagen noch eins drauf. In schönem Wechsel sieht und pfeift Stark Dinge, die gar nicht passiert sind, oder pfeift Dinge nicht, die jeder gesehen hat (Ramos gegen Kroatien). Jeder, der einmal gespielt hat, weiß, wie eine so krasse Fehlentscheidung sich auf eine Mannschaft auswirkt. Nicht nur, daß man einen Spieler verliert und ein unberechtigtes Gegentor bekommt, man muß sich ohne den des Feldes Verwiesenen neu ordnen und muß auch die emotionale Erregung verarbeiten und den Focus aufs Spiel wiederfinden. Das dauert ein paar Minuten und in dieser Phase ging Wolfsburg sogar noch in Führung. Es kann also keine Rede davon sein, daß das Spiel dadurch nicht entscheidend beeinfußt worden sei, selbst wenn die Dortmunder nochmal ausglichen. Vielleicht sollte Stark mit dem Pfeiffen aufhören oder sich wenigstens von seinen Assistenten trennen, die ihm wohl keine große Hilfe sind (vor allem der, der in Düsseldorf aus schlechterer Position den Elfmeter signalisierte und der ständiger Begleiter der vielen Fehlentscheidungen ist).

Und dann war da noch etwas: Am Sonntag besuchte ich mit Familie die Klassikstadt in Frankfurt. Stand gleich am Eingang ein Schrottauto. Ein ganz besonderes. Maserati Indy! In miserablem, verwahrlostem Zustand, verrostet, total vermodert riechend, als hätte er 20 Jahre auf dem Schrottplatz gestanden, schutzlos und unbeachtet. Nicht einmal Zustand 5! Eigentlich ein tolles Auto, Karosserie von Vignale, 4,7 Liter-Motor, 8 Zylinder, 290 PS. Mein Kindheitstraum, einmal einen De Tomaso Pantera oder einen alten Maserati (meine Lieblinge aus dem Autoquartett) zu haben bekam Nahrung, bekam ein Gesicht! Soll aber um 13.000 € kosten! Aus der Traum. In dem Zustand - wie gesagt nicht einmal Note 5 - ist er nicht mal die Hälfte davon Wert. Nicht fahrbereit, geschätzter Investitionsbedarf je nach Umfang der Eigenleistung wohl jenseits 30.000 €. Schade. Wie kommen eigentlich Preise für alte Sachen zustande? Ist der Preis auch der Wert? Ich besitze einige alte Konzertposter. Habe die in den 80ern für ca. 5 DM/St. gekauft. Sind welche dabei, für die ein Händler im Internet über 3.000 € aufruft (Lou Reed, Rory Gallagher, Jethro Tull), ein weiteres auch deutlich über 1.000 (The Kinks). Wenn ich jemanden fände, der mir das bezahlt, könnte ich den Maserati kaufen. Obwohl weder die Poster noch das Auto die aufgerufenen Summen wert sind. Es wäre wirklich köstlich, wenn ich ein Traumauto mit alten Konzertpostern, die mich zusammen keine 30 Mark gekostet haben, bezahlen könnte. Ist natürlich nur theoretisch. Keiner wird so blöd sein, für ein Konzertposter, das nicht mal besondere künstlerische Gestaltung aufweist, soviel zu bezahlen. Und meine berufliche Qualifikation gibt keinerlei eigene Restaurierungsleistung des Autos her. Trotzdem geht mir der Maserati nicht mehr aus dem Kopf!
Was das mit Fußball zu tun hat? Das Auto gehörte einmal Paul Breitner. Der  Möchtegern-Sozialist hatte ein Auto, das damals einen Neupreis von über 70.000 Mark hatte! Es war eine zynische Zeit. So wie das Auto aussieht und riecht, muß er es in Madrid oder Braunschweig mit offenen Fenstern stehen gelassen und den Schlüssel weggeworfen haben.

Ich weiß nicht, was diese Herren für fahrbare Untersätze benutzt haben. Dutschke fuhr Fahrrad. Paul Breitner hatte jedenfalls als Student einen Maserati Indy, den man jetzt zwar nicht mehr oder noch nicht wieder fahren, dafür aber kaufen kann.

Hatte er ihn hier abgestellt und vergessen?


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