"if you can't beat them in the alley, you can't beat them on the Ice" - (Conn Smythe) Aus dem Poesiealbum der Broad Street Bullies, der deutschen Nationalmannschaft gewidmet!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Dienstag, 22. Mai 2012

Relegation am grünen Tisch

Weiß noch jemand, daß Düsseldorf an der meines Wissens einzigen Ergebnis-Wertung am grünen Tisch, also durch ein Spielgericht, in der Bundesligageschichte beteiligt war? Es war irgendwann in den 70ern, eine Partie gegen Lautern, die abgebrochen worden war. Weiß nicht mehr genau, worum es da ging. Nun also erneut gerichtliches Nachspiel. Das irregulär zuende gegangene Spiel wird also zum regulären erklärt. Chapeau, DFB! Mal eben die eigene Satzung bzw. Spielordnung zur Makulatur erklärt, nur damit es keine Schule macht, von den Rängen aus für irreguläre Bedingungen zu sorgen. Dabei hat es das doch längst. Nun ist die bange Frage, was müssen Fans noch alles anstellen, damit ein Spiel abgebrochen und entweder gegen den Verursacher gewertet oder neu angesetzt wird? Wenn Unterbrechung durch nebel- bzw. rauchbedingte Sichtbehinderung nicht reicht, sogar Entwendung von Eckfahnen und Elfmeterpunkt nicht reichen, was dann? Strom abschalten etwa. Ach so, das gab's ja wirklich mal. Hat funktioniert, brachte sogar das gewünschte Ergebnis im neu angesetzten Spiel. War nur Spaß, wir wissen ja alle, daß der schwarze Abt damit nichts zu tun hatte, es eine echte technische Panne war.
Daß in Düsseldorf alles friedlich gewesen sei, wie in der Urteilsbegründung behauptet, ist vielleicht zutreffend bezüglich ausgebliebener Übergriffe auf Hertha-Spieler, hätte sich aber jederzeit ändern können und niemand kann ernsthaft behaupten, daß die Situation während des Platzsturms unter Kontrolle gewesen sei. Um nicht falsch verstanden zu werden, ich denke, Hertha hat den Abstieg verdient und da Düsseldorf, so unsympatisch die Fortuna auch teilweise aufgetreten sein mag, das Hinspiel sauber gewonnen hat, kann ich ihnen schlecht die Qualifikation absprechen. Für die Eintracht auch gut, wenn möglichst viele klar schwächere Teams dabei sind.
Aber irreguläre Bedingungen bleiben irregulär, selbst wenn der DFB eine andere Lesart bemüht. Ein Wiederholungsspiel in Köln oder Frankfurt wäre richtig, ohne Fans. Macht fürs Fernsehen auch mehr Sinn als dieses Spiel Bayern gegen Holland. Weiß der Himmel, wie es zugeht, daß das im ersten zur besten Sendezeit gezeigt wird.

A propos Fans: das Thema der Woche, geht man nach den Talkshows. Vielleicht schreibt Sarrazin ja mal darüber. "Die Fans schaffen den Fußball ab" oder "Der Fußball schafft die Fans ab" oder "die Fans brauchen den € nicht (zahlen mit der Pay clever card)". Ich weiß leider nicht, was da geredet wird, weil ich Sendungen mit J.B. Kerner nicht anschaue, dann schon lieber mit H.R. Kuntze, der bestimmt Wolfsburg-Fan ist. Meine Meinung? Es ist doch nur ein Spiel. Zieht euch einen Schal an, ein Trikot, setzt eine Mütze auf oder näht euch ein paar Wappen und anderes auf eine Jeansweste, kauft ein Ticket und schaut euch das Spiel an. Klatscht, pfeift meinetwegen auch mal, Anfeuern ist auch gut und das reicht dann auch. Und wenn das Spiel vorbei ist, geht raus und lebt, besorgt euch ein Leben. Denn: wem sonst keiner steht, dem steht Identität (W.Droste)

Occupy Champions-League oder was Uli Hoeneß von Jupp Kapellmann lernen kann

Armer FC Bayern. Mitleid gibt es umsonst, Neid muß man sich erarbeiten. Solche Floskeln hört man aus dem Munde der FCB-Verantwortlichen seit Jahren immer wieder. Mitleid wollten sie nie, o.k., dann kriegen sie auch keines. Seit Jahren als einziger deutscher Club immer wieder unter den letzten mindestens acht in der CL, ja sogar als einziger deutscher Club überhaupt jedes Jahr in diesem Wettbewerb dabei. Ist das eigentlich der Cup der Verlierer, angesichts der Tatsache, daß man immer wieder mitspielen darf, selbst wenn man gar nicht die Landesmeisterschaft gewonnen hat? Aus einer gewissen Perspektive betrachtet, wohnt genau diesem Wesen der CL neben dem Segen auch der Fluch des FCB inne. Die Bayern, stets gefühlter deutscher Meister, egal, wer die Schale nach dem 34. Spieltag tatsächlich bekommt, haben es sich angewöhnt, besonders, wenn ihnen in der Bundesliga die Felle davonzuschwimmen drohen, die nationale Liga klein- und die CL großzureden. Dann drehen sie in ihrer Sprachregelung die tatsächlichen Verhältnisse um und schmälern die höhere Anforderung, in einer gewiss nicht schwachen Liga konstant höchste Leistungen zu bringen, erklären stattdessen alle paar Wochen stattfindende Vergleiche gegen ausländische Gegner unterschiedlichster Qualität zum wahren Leistungs- und Größenbeweis. Mit der Folge, daß die nationale Meisterschaft öfter verloren geht, als einigen FCB-Verantwortlichen vielleicht bewußt ist. Von den letzten sechs Meisterschaften konnten die Bayern nur zwei gewinnen und aktuell haben sie es nicht mit einem "Zufallsmeister" wie Stuttgart oder Wolfsburg zu tun. Den Triumpf der Dortmunder zu entwerten mit Verweis auf die langjährige erfolgreiche Teilnahme an der CL des eigenen Clubs, ist zwar typisch für Uli Hoeneß, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß fehlende Dominanz in der Liga möglicherweise genau das Quentchen sein kann, was fehlt, wenn es international ums Ganze geht. Woher sollen die Spieler die Überzeugung, den Glauben an sich nehmen, wenn sie in der Liga Mannschaften unterliegen, die über keine Weltklassespieler verfügen (laut U.Hoeneß)? Wie überzeugend ist es, zu vertreten, die nationale Meisterschaft sei nicht so wichtig, wenn es dann in der CL auch nur zu Achtungserfolgen reicht? Klar, die Finalniederlage gegen Chelsea war unglücklich, auch unverdient, wenn es so etwas überhaupt gibt. Wie oft haben aber gerade die Bayern nach unverdienten Siegen gehöhnt, Glück des Tüchtigen, ja sogar ein "Siegergen" zu besitzen? Nun haben sie ein ganzes Spiel lang also den Gegner beherrscht, sogar Torchancen erspielt, und stehen doch mit relativ leeren Händen da. Immerhin lassen die Verantwortlichen durchblicken, daß es ihnen zu dämmern scheint, daß beim FCB nicht alles glänzt, was Silber ist. Die Spielweise, selbst wenn sie den Club auf den zweiten Platz in der Bundesliga geführt hat und bis ins Finale der Champions League, ist einfallslos und leicht auszurechnen. Führen die Alleingänge von Robben und Ribery nicht zum Erfolg, gibt es keinen Plan B. Seit ich Fußball gucke, gibt es kein schlüssiges fußballerisches Konzept beim FCB, es gibt keine "Bayern-Schule", nichts vergleichbares mit Ajax in den 70ern, Milan unter Sacchi in den 80ern oder Barcelona aktuell, um nur ganz wenige Beispiele zu nennen. Stattdessen eine möglichst große Anhäufung individueller Klasse und die Hoffnung, das "Sieger-Gen" würde sich durchsetzen, vergessend daß ein Gen auch mutieren kann, zum Beispiel zum selbstgefälligen hin, nach dem Motto "wir sind sowieso die besten, egal wie es ausgegangen ist". Der FCB sollte dringend einmal eine Realitätsprüfung vornehmen. Und vielleicht zum ersten Mal in den letzen 40 Jahren ein Konzept für den Fußball, den sie spielen wollen und die Mannschaft, die das umsetzen soll, entwickeln. Und nicht wie bisher Spieler kaufen, die das Team nicht braucht oder solche, die so stark sind und so egozentrisch, daß sie die Entwicklung der Mannschaft behindern. Solange Robben und Ribery spielen wird immer die Kasse stimmen, weil sie Trikots verkaufen und werbewirksam sind. Aber was für eine Vergeudung der Künste von Kroos und Schweinsteiger, wenn deren einzige Option oft der Pass nach links oder rechts außen ist, von wo aus dann Sololäufe in die Mitte gestartet werden. Auch Müller findet sich in diesem "System" nicht gut zurecht und Gomez ist ein ganz anderer Spieler geworden im Vergleich zu seiner Stuttgarter Zeit, weshalb er auch für die Nationalelf nur zweite Wahl hinter Klose ist, daran würde sich auch nichts ändern, wenn er 40 Saisontore macht, 30 davon nach Querpässen an der Fünfmeterlinie. Andererseits, was gehen mich die Bayern an?

Was Uli Hoeneß von Jupp Kapellmann lernen könnte? Eine ganze Menge, aber ich fürchte, dafür ist es zu spät. Was hat der Hoeneß nicht alles schon erlebt. Die jüngeren Fans wissen es vielleicht gar nicht, er war einmal ein großes Talent, eine Art Götze der 70er Jahre. Mit 20 erstmals deutscher Meister und Europameister, mit 22 Titelhattrick in der Bundesliga, erstmals Sieger im Landesmeisterpokal und Weltmeister. Bei der WM vielleicht erstmals mit den Schattenseiten des Fußballs konfrontiert, als er im Spiel um den Finaleinzug gegen Polen einen Elfmeter verschoss und im Finale bereits in der ersten Spielminute einen (allerdings unberechtigten) Elfmeter für die Holländer verursachte. Mit 24 Jahren hatte Hoeneß zu den genannten Titeln noch zwei weitere Landesmeistercups und den Weltpokal gewonnen. Mit 24 Jahren also Erfolge angehäuft, zu denen er auch oft als Leistungsträger beigetragen hatte, die für zwei Spielerkarrieren reichen, in einem Alter, in dem viele noch auf ihren Durchbruch warten. Wie er das verkraftet hat? Keine Ahnung. Danach ging es leider bergab, was von dieser Höhe aus jedoch auch kaum vermeidbar war. Letztlich war mit 27 bereits Schluß mit dem Spielen, er wechselte auf den Managerstuhl und die übrige Geschichte ist ja bekannt. Also ein großer Spieler, wenn auch mit 24 eigentlich schon durch, und was man so alles von ihm hört auch ein guter Mensch. Hinzu kommt noch, daß er weder mit seinen Erfolgen, noch mit Dingen, die privat sind, wie seinem Umgang mit dem als einziger überlebten Flugzeugabsturz, hausieren geht. Aber was für ein erbärmlich schlechter Verlierer! Ich kann es ja verstehen. Jahr für Jahr tut er sein möglichstes, um eine starke Mannschaft auf den Platz zu bringen, investiert viel Geld und Herzblut und muß dann ohnmächtig zusehen, wie die Spieler das Werk beschädigen - kaputtmachen wäre übertrieben. Daß er dann aber seine Wut immer wieder auf so peinliche Art und Weise gegen die Gegner richtet, die es wagen, nicht die Washington Generals für seinen Club abzugeben, das sollte er sich abgewöhnen. Nun zu der viel zu späten Lektion des Jupp Kapellmann: (nebenbei für die jüngeren: ein ehemaliger Bundesliga- und Nationalspieler, der die o.a. Titel, außer EM, mitgewinnen half, wenn auch nicht in ganz so tragender Rolle) Kapellmann, der neben der Fußballkarriere Medizin studierte und auch abschloß, wurde einmal gefragt, ob er nicht gerne eine Funktion im Fußball auch nach der aktiven Karriere gehabt hätte. Seine überaus kluge Antwort lautete, er könne doch nicht sein Leben, seine Existenz, darauf aufbauen oder davon abhängig machen, ob ein Schuß vom Pfosten ins Tor oder ins Feld prallt, was ja oft für Titel, Platzierung, Abstieg den Ausschlag geben kann. Dies sagte er Jahre vor dem aktuellen Elfmeterdrama von München. Hätte er das dem Uli mal vor 33 Jahren gesagt, als beide mit dem Fußballspielen aufhören mußten, dann wären die Bayern zwar womöglich nicht so (erfolg-) reich, aber der in so vielem Größe zeigende Hoeneß würde sich nicht so oft so unmöglich machen. Und wäre vielleicht nicht so dick geworden, das macht nämlich der Streß.

Wielange bleibt Robben eigentlich noch erster Alles bei den Bayern?

Sonntag, 13. Mai 2012

Was für ein Jammer, deutsches Eishockey 2012

Es kommt selten vor, daß ich ein Eishockeyspiel wegschalte. Heute habe ich es getan. Als Norwegen das 5:0 erzielte, war es vorbei. Bis dahin schon nicht anzuschauen, wie die Deutschen praktisch jeden Zweikampf verloren, ideenlos anliefen, auch immer langsamer als die Norweger und kaum einmal einen Puck aufs Tor brachten und die Norweger im Gegensatz dazu alles richtig machten, die Pucks hinten locker gewannen, schnell und ungestört nach vorne spielten und auch noch trafen. Es war ein Trauerspiel. Inzwischen, da ich diese Zeilen schreibe, steht es 1:9! Bitter, wie eine gar nicht so sehr gegenüber den beiden letzten, aus deutscher Sicht so erfreulichen WM, veränderte Mannschaft so schwach spielen kann. Vorne haben wir ja schon lange Probleme, Tore zu schießen, 2010 und 2011 mußte jeder Treffer aufs härteste errungen und erkämpft werden. Aber dieses Defensivverhalten ist nicht zu begreifen, vom Fore- und Backchecking der Stürmer über Zweikampfverhalten und Positionsspiel aller Feldspieler bis zu den Torhüterleistungen stimmt gar nichts. Als hätten sie alles verlernt. Es scheint so, als ginge im Konzert der ganz großen nur etwas für Deutschland, wenn das Team in Bestbesetzung antritt und jeder jedesmal sein allerbestes Hockey abruft. Sehr hohe Hürden. Wieder einmal wurde das Deutsche Eishockey aufs schmerzlichste entlarvt. Eine ganz gute Liga, in der zwar ordentliches Eishockey gespielt wird, dieses jedoch von drittklassigen Ausländern, die den Deutschen Spielern die Schlüsselpositionen wegnehmen. Für das deutsche Spielermaterial ist die Liga einerseits zu groß, andererseits kommen deutsche Nachwuchskräfte zu kurz. Die Strukturen sind schlecht, welcher DEL-Club hat schon eine vernünftige Nachwuchsarbeit, die DEL-taugliche Deutsche Talente in nennenswertem Umfang hervorbrächte? Auf der anderen Seite, welche Deutschen haben neben Talent noch genug Stehvermögen, um sich z.B. in Nordamerika durchzusetzen, so wie Marcel Goc, der Jahre gebraucht hat, um allmählich in der Hierarchie seiner Teams aufzusteigen und der jetzt als etabliert betrachtet werden kann. Der nächste ist womöglich Alexander Sulzer, der zuletzt viel Eiszeit in Buffalo bekommen hat und der ein jahrelanges Dasein gefristet hat zwischen Farmteam, Tribünenplatz als überzähliger Verteidiger und Bangen um einen neuen Vertrag. 
Hoffnungen machen Tom Kühnhackl, der in der OHL bei den Niagara Ice Dogs im Finale steht, wenn auch seine individuellen Leistungen etwas schwächer sind als in der Vorsaison, als er bester Playoff-Skorer seiner Windsor Spitfires war, und Tobias Rieder, der Toskorer der Kitchener Rangers (ebenfalls OHL) in der abgelaufenen regulären Saison war. Beide spielen in der gemeinsam mit QMJHL und WHL anspruchvollsten Kanadischen Juniorenliga, wie auch eine Handvoll weiterer Deutscher, deren Werdegang ich aber nicht verfolgt habe. Kühnhackl war sogar im letzten Sommer im Trainingscamp der Pittsburgh Penguins, die ihn auch gedraftet hatten. Ich hoffe, er hat sich seine Chancen auf die NHL nicht mit seiner schwächeren zweiten OHL-Saison verbaut.
Es sollten sich mehr deutsche auf das Wagnis Nordamerika einlassen, hier ist es schwerer und härter, sich durchzusetzen aber da wird man auch zum Eishockeyspieler, im Gegensatz zu den Deutschen Nachwuchsligen.

Der junge Mann in der Mitte der hinteren Reihe ist nicht Tom Kühnhackl, obwohl er ihm verdammt ähnlich sieht. Es ist der Papa. Auf diesem Foto der Nationalmannschaft von 1971 (damals auch zweitklassig) sind etliche ganz große des Deutschen Eishockey zu sehen, einige von ihnen gewannen fünf Jahre später die olympische Bronzemedaille - u.a. Lorenz Funk, Rainer Philipp, Kühnhackl, Alois Schloder, Toni Kehle, Ernst Köpf, Thanner und Völk. Außerdem auch ein blutjunger Hans Zach. Was der wohl aus der aktuellen Deutschen Nationalmannschaft machen würde? Der zweite Tormann, vorne rechts, ist Rainer Makatsch, Eishockey-Legende schon lange bevor sein Töchterchen Heike Viva und Bravo-TV moderierte und Schauspielerin wurde.


Freitag, 11. Mai 2012

Düsseldorf vs. Berlin

Ein brisantes Duell war es schon immer, wenn die beiden Clubs sich begegneten, große Stars gaben sich ein Stelldichein. Es ist, als wäre es gestern gewesen, als die Meisterschaft nur über Düsseldorf oder Berlin errungen werden konnte.





Donnerstag, 10. Mai 2012

Noch ein Dachbodenfund bzw. die Fußballwelt ist klein

Interessante Begebenheit: Armin Veh spielte (neben Wuttke, Matthäus, Hannes, Kleff u.a. unter dem Co-Trainer Wolf Werner. Über diese Zusammenarbeit ist mir nichts überliefert, heute sind sie ja eher distanziert zueinenader.

Dieser Blog ist zwar kein Kinderbuch, aber ...

Wußtest Du, daß Jean Löring und Branco Zebec einmal Mannschaftskameraden bei Alemania Aachen waren?

Wußtest Du, daß Heribert Bruchhagen, lange bevor er sich einmal mit Kalle Rumenigge auf Funktionärsebene anlegte, mit dessen älteren Bruder Wolfgang beim DJK Gütersloh in der zweiten Liga Nord die Umkleidekabine und vermutlich manch anderes teilte?

Die Borussia 1981: Armin Veh steht in der hinteren Reihe als dritter von rechts. Ganz rechts Wolf Werner. Linkss neben Veh steht Matthäus, Raumausstatter, verhinderter Architekt, verhinderter Trainer, Mädchenschreck, Ex-Annie Leibowitz-Model, Karrierezertreter. Außerdem dabei der Ex-Offenbacher und spätere Nationaltrainer von Kamerun, W. Schäfer, der Traumsturm Pinkall (rasender Postbote) und Mill, von denen allerdings nur der ebenfalls anwesende Rahn Torschützenkönig wurde, Wolfram Wuttke, der großartigste Fußballer, der je das Trikot des 1. FC Saarbrücken tragen sollte, der noch sehr jugendliche spätere Trinker Borowka, der einäugige Wilfried ("ihm fehlt das räumliche Sehen") Hannes und der Konditionstrainer und spätere Präsident Drygalski. Und was macht eigentlich Ansgar Brinkmann auf diesem Foto zwischen Bruns und Kleff? (Oder handelt es sich doch nur um Bödeker?)

Die Relegation

Werder anno 1981! Was für ein Haufen! Der unvergessliche Erwin Kostedde, der ja passenderweise auf seiner letzten Bundesligastation Vorgänger eines weiteren legendären Ex-OFC-Spielers war (Rudolf Völler). Daneben der erste Japaner der Bundesliga. Norbert "pack ihn Dir" Siegmann, der ja durch Ewald Lienens klaffenden Oberschenkel berühmt wurde. Uwe Reinders, eigentlich ein ganz guter Fußballer, aber bekannt für einen Einwurf, den Pfaff ins eigene Tor patschte. Machte während der WM 1982 manche Nacht zum Tag, dem Kartenspiel und Genußmitteln nie abgeneigt. Der Trainer! Der nur wenig jüngere Fichtel, letzter aktiver aus dem WM-Kader von 1970. Schaaf mit Seitenscheitel, Möhlmann, ewiger Zweitligatrainer und Kamp, der ewige Assistent als Aktiver! Norbert Meier, vom Bundestrainer gerne übersehen bzw. gewogen und für zu leicht befunden, erst filigraner Außenstürmer (als es noch drei Spitzen gab), später Mittelfeldregisseur, heute erfolgreicher Zweikämpfer jenseits der Seitenlinie. Dann das Torhütergespann: Burdenski, ewige Nummer 2 bis 4 in der Nationalmannschaft und einer der wenigen Bielefelder, die nicht in den Bestechungsskandal verwickelt waren, sowie Rülander, der Kwiatkowski Bremens, spielte nach dem 2:9 in Frankfurt nicht mehr im Profibereich.

Die heute beginnende Relegation ist willkommener Anlass, an diese Truppe zu erinnern, stehen sich doch heute Lehrer und Schüler an der Seitenlinie gegenüber. Rehagel, vom Volksschulabschließer und Malergesellen über Bundesligaprofi zum Trainer geworden, steht nach fast 40-jähriger Trainerlaufbahn noch einmal im Rampenlicht, während Meier nach dem unrühmlichen Duell mit Streit doch noch die Kurve gekriegt hat und nun wieder durch seine Trainerleistung auf sich aufmerksam macht. Der sogenannte König Otto, seinerzeit noch in Trainingsanzug, manchmal auch mit Gummistiefeln oder Moonboots auf der Tartanbahn unterwegs, prahlte damals noch nicht mit Goethe-Zitaten, seinen Beziehungen zu Kulturschaffenden und kanzelte unliebsame (also fast alle) Journalisten noch nicht so hochnotpeinlich mit Verweis auf seine ach so großen Erfolge ab. Daß er heutzutage eine Spur kleinlauter scheint, liegt wohl kaum an einer Einsicht, sondern vielmehr daran, daß drei Siege aus zwölf Spielen wahrlich kein Anlass für Überheblichkeit sind. Das Team, das er ins Rennen schickt, ist aus der Ferne betrachtet etwas farblos, man fragt sich, warum die den Verbleib in der ersten Liga verdient haben sollten. Rehagel aus Altersgründen und Preetz aus vielen anderen hätten es jedenfalls nicht verdient. Auf der  anderen Seite der hakennasige Ex-Spielmacher, heute mit Intellektuellen/Kreativen-Brille, der eine Mannschaft, die überwiegend aus soliden Handwerkern besteht und spielerisch eher Mittelmaß bietet, auf den dritten Platz geführt hat. Die Spieler der Fortuna repräsentieren einzeln größtenteils gehobenes Zweitliganiveau, als Mannschaft imponierten sie oft durch Kampfgeist und es war oft (auch gegen die Eintracht) beeindruckend anzusehen, wie sie in der zweiten Halbzeit erfolgreich die Brechstange auspackten und wieviel Druck sie auf den Gegner aufbauen konnten. Trotz der deutlichen spielerischen Defizite der Fortuna und obwohl es sich um eine reinrassige Zweitligamannschaft handelt, für die der Aufstieg zu früh käme, traue ich den Rheinländern zu, die Relegation für sich zu entscheiden. Ginge es gegen Köln, dann wäre für mich der Austieg schon sicher, zu schlapp, demoralisiert und desolat waren die letzten Auftritte des FC.
Schade, daß der Schiri des Hertha-Spiels gegen Hoffenheim eine derartige Wahrnehmungsstörung hatte, daß er das Foul gegen Babel und die darauffolgende Szene derartig umdeutete, daß der Hoffenheimer vom Platz mußte, anstatt korrekterweise einen Freistoß zu erhalten. Auch gegen Hertha, die durch diesen Aussetzer des Schiris begünstigt noch auf den Relegationsplatz kamen, liegt der moralische Vorteil auf Seiten des Zweitligisten. Die Berliner krebsten in der gesamten Rückrunde in der Abstiegszone herum, verunsichert durch die Entlassung ihres Aufstiegstrainers, dann geplagt vom Skibbe-Syndrom (keine Leistung, dafür aber nicht nachvollziehbare und somit den Trainer unglaubwürdig machende Beschönigungen und Verharmlosungen), dann Umstellung auf einen Fußball-Opa und auf Opa-Fußball. Das ganze noch garniert mit einer schlechten, völlig überforderten Vereinsführung und fertig ist das Rezept für den Abstieg. Auf der anderen Seite die Fortuna, die immer in der Spitzengruppe war, ein begeistertes Publikum, das längst aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist (in Düsseldorf war in den 70er und 80er Jahren die DEG beliebter und hatte auch manchmal mehr Zuschauer!) und ein viel engeres, atmosphärisch dichteres Stadion. Nachteil für die Düsseldorfer könnte sein, daß die Mannschaft schon viel mehr erreicht hat, als geplant, eigentlich, so ist aus dem Hintergrund zu hören, will man dieses Jahr gar nicht aufsteigen.
  
A propos Relegation: Im Jahr 1982 spielten Leverkusen und Offenbach um den Bundesligaplatz. Nun ja, in 30 Jahren kann viel passieren, siehe nicht nur OFC (der allerdings dann 1983 nochmal in der 1. Liga vorbeischaute), sondern auch Mainz, Wolfsburg auf der einen, Uerdingen, RW Essen auf der anderen Seite.

Dienstag, 8. Mai 2012

R.I.P. Münchner Eishockey

Ich habe gerade gelesen, daß - laut dem Presseorgan - zum dritten Mal ein Münchner Eishockeyclub in den Laden zumacht. Ich führe über so etwas zwar nicht Buch, würde aber die Schiffbrüche von EHC 70 und Hedos zu den Pleiten von Maddogs und Barons, sowie aktuell EHC hinzuzählen. Ferner gab es ja mal den FC Bayern in der ersten Eishockey-Bundesliga. Fünf Pleiten an einem Standort dürften schon Rekord für Erstligisten darstellen, Frankfurt, Krefeld, Bad Nauheim und all den anderen zum Trotze!

Sieht aus wie ein Mausoleum eines kommunistischen Diktators, und ist tatsächlich noch die Begräbnisstätte jeden Versuchs, Profieishockey zu betreiben geworden: die Eissporthalle im Münchner Olympiapark!

State of the NHL

Zeit, sich mal wieder mit der NHL zu befassen, die Playoffs sind in vollem Gange, aus deutscher Sicht kann Bilanz gezogen werden, da alle Teams mit deutschen Spielern bereits Ferien haben!
Die Buffalo Sabres mit Christian Ehrhoff, Jochen Hecht und Alexander Sulzer, die gehofft, bzw. erwartet hatten, im Osten ein Wort in der Titelvergabe mitzusprechen, erreichten in der hart umkämpften Konferenz nicht einmal die Playoffs. Ehrhoff erwischte dabei eine durchwachsene, von Verletzungen geplagte Saison in der er nicht an die Offensivleistung des Vorjahres anknüpfen konnte. Noch unbefriedigender verlief Hechts Saison, da er länger verletzt fehlte und sein weiterer Verbleib im Team ungewiß ist. Sulzer dagegen wurde im Saisonendspurt regelmässig eingesetzt, nachdem er zu Saisonbeginn bei den Vancouver Canucks kaum zum Zuge gekommen war. So ist für ihn zu hoffen, daß seine durchaus guten Leistungen zu einer dauerhaften Etablierung in der Liga führen und er kann aus dem deutschen Trio in Buffalo vielleicht noch am ehesten mit seiner Saison zufrieden sein.
In Boston schaffte die Mannschaft von Dennis Seidenberg zwar den Divisionstitel und damit einen guten zweiten Platz der Setzliste im Osten, aber den Titelverteidiger ereilte bereits in der ersten Runde der Playoffs das Aus gegen die vielleicht etwas hungrigeren Washington Capitals. Seidenberg spielte erneut eine gute Rolle, wenn auch nicht so auffallend wie im Vorjahr.
Ebenfalls bereits in der ersten Runde Schluß war für die Florida Panthers, bei denen der leider auch länger verletzt ausfallende Marcel Goc eine starke Saison spielte und auch in den Playoffs überzeugen konnte. Er sollte sich mit seinen Leistungen als guter zweiter Center endgültig etabliert haben. Sein Mannschaftskamerad Marco Sturm dagegen blickt auf eine enttäuschende Saison zurück, in der er erneut den Verein wechseln mußte (von Vancouver nach Miami), nur knapp über die Hälfte der Spiele machte und offensiv praktisch kein Faktor mehr war. So geht möglicherweise eine beeindruckende deutsche NHL-Karriere zuende, da es für ihn schwer werden könnte, in dieser Verfassung einen Platz in einem Kader zu bekommen. Sturm hatte sich als erster deutscher Angreifer über mehr als ein Jahrzehnt als anerkannter Außenstürmer in der Liga halten können, machte über 900 Spiele und über 400 Scorerpunkte. Leider hatte er mehrmals großes Pech mit schweren Verletzungen und Vereinswechseln, die er nicht beeinflussen konnte. Am schlimmsten für ihn war vermutlich das Jahr 2010, als er in der regulären Saison 09/10 noch bester Torschütze der Boston Bruins gewesen war, dann aber in den Playoffs das Kreuzband riß. Kurz nach Saisonbeginn 10/11 wurde er, gerade wieder rehabilitiert, nach Los Angeles transferiert und von dort nach wenigen Wochen weiter nach Washington. Dort kam er zwar in ein Team mit Perspektive (Ovechkin und co.), durfte auch teilweise neben dem Superstar aus Rußland spielen, konnte sich aber nicht für einen neuen Vertrag empfehlen. Bitter dann, daß sein langjähriges Team, dem er noch bis November angehört hatte, ohne ihn den Stanleycup gewann.
Schließlich war da noch Thomas Greis, der als zweiter Torhüter bei den San Jose Sharks spielt. Hinter der unangefochtenen Nummer 1 Niemi aus Finnland kam Greis nur gelegentlich zum Einsatz, zeigte dann aber starke Leistungen und seine Statistiken weisen keinen klaren Unterschied zum finnischen Stammtorhüter auf. Auch die Sharks überstanden die erste Playoff-Runde nicht, so daß für alle deutschen in der NHL das amerikanische Verlierermotto "wait 'till next year" gilt. Bitte nicht falsch verstehen, trotz der aufgeblähten Liga, in der es deutlich mehr Arbeitsplätze gibt als noch zu Uli Hiemers oder Uwe Krupps Zeiten gibt, ist es schon etwas ganz besonderes für Spieler aus einem Eishockey-Entwicklungsland wie Deutschland, sich dort überhaupt durchzusetzen, das mit den Verlierern ist also relativ, nach amerikanischen Maßstäben ("Championship or bust").

Ansonsten sind die Playoffs für mich eher uninteressant, da die von mir favorisierten, sentimental oder emotional besetzten Teams entweder gar nicht reingekommen sind (Toronto, Edmonton, Montreal, Buffalo) oder schon in der ersten Runde scheiterten (Boston, Chicago, Detroit, Pittsburgh, Florida). Übrig blieben im Westen überwiegend Franchises, die es meiner Meinung nach gar nicht geben sollte, wie Phoenix und Nashville (inzwischen eliminiert) oder solche ohne zugkräftige Stars. Im Osten sind immerhin noch einige Teams mit Namen und Tradition im Rennen, so das einzig verbliebene "Original six" - Team, die New York Rangers, die Philadelphia Flyers, die seit der "Broad Street Bullies"-Ära zwar sechs Mal im Finale standen, aber immer den kürzeren zogen, die mehrfachen ehemaligen Cupsieger New Jersey Devils und die Washington Capitals, die zwar noch nie den Cup geholt haben, sich aber aktuell in dem immer kleiner werdenden Fenster befinden, in denen Alex Ovechkin mit ihnen die Trophäe gewinnen könnte.
Natürlich haben die Teams, die jetzt noch dabei sind, es allesamt verdient, da zu sein, wo sie sind. Aber was hat es für eine Außenwirkung in den nicht gerade hockeyverrückten Staaten, wenn Los Angeles oder gar Phoenix, wo es jeweils gar keine regionalen Wurzeln oder Bindung der Sportart gibt, gegen New Jersey, wo in der Vergangenheit Stanleycup-Siegesparaden auf dem Parkplatz des Stadions abgehalten wurden, um den Cup spielen? Für die um Medienpräsenz kämpfende Liga und die echten Eishockeyfans an den Traditionsstandorten ist es jedenfalls nicht zu begrüssen. In Phoenix, wo in der regulären Saison oft weniger als 10.000 Zuschauer kamen, ist eine Atmosphäre wie in den letzten Jahren in den Straßen von Chicago oder Boston, wo es würdige Paraden gab, nicht herstellbar.
Weg mit den Franchises in den Anti-Eishockeyregionen! Die Liga braucht keine Standorte in Florida und anderen Südstaaten, wo die Fans nur kommen, wenn es mal gut läuft und ihnen Eishockey ansonsten egal ist, am nächsten Tag ist ja Wrestling und danach kommen Monster Trucks und dann Van Halen, da gehen sie dann auch hin
 
Passend dazu hier eine kleine Auswahl von Arenen aus der Zeit der Original Six (natürlich wünsche auch ich mir keine Liga aus sechs Teams):

Schon lange Geschichte, aber Heimstatt der Leafs, als sie ihren letzten Cup gewannen (mein Geburtsjahr).

Das "Madhouse on Madison" war die lauteste Arena der Liga. Immerhin konnten die Blackhawks auch in ihrer neuen Halle schon einen Titel feiern.

Der legendäre Boston Garden war berüchtigt für seine Enge, in Sachen Atmosphäre stand er Chicago Stadium kaum nach. Natürlich spielen auch die Bruins längst nicht mehr hier, auch sie gewannen inzwischen den Cup in ihrer neuen Halle.

Der legendäre (3.) Madison Square Garden. Wenn nicht gerade ein Zirkus gastierte wurde hier Eishockey gespielt, nicht nur von den Rangers, sondern einst auch von den NY Americans. Die Rangers waren die ersten der Original Six, die ihre Kultstätte verliessen, 1968 wurde der 4. Madison Square Garden eröffnet.