"if you can't beat them in the alley, you can't beat them on the Ice" - (Conn Smythe) Aus dem Poesiealbum der Broad Street Bullies, der deutschen Nationalmannschaft gewidmet!

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Quo vadis Nationalelf?

Mission Titel? Es bleibt leider weiter sehr fraglich. Zunächst hatten wir unsere Zauberhafte Nationalelf von Südafrika, der EM-Quali und den Spielen gegen Brasilien und Holland wieder. 2010 hieß es bei der WM, die Deutschen spielten "Lena-Fußball"! Den sahen wir gegen Schweden auch - in den ersten 60 Minuten wie die Lena von damals, danach wie die Lena nach 2010. Grausam anzusehen, wie der großartige Özil mit seiner Körpersprache eines beleidigten zehnjährigen die Zweikämpfe verlor. Wenn Müller alleine vor dem Tor den Ball hat, sollte er wohl am besten kehrt machen und an die Mittellinie zurückpassen (natürlich wird er mich bald Lügen strafen). Badstuber sollte sich keinen Zickenkrieg mehr mit Hummels liefern und lieber an seinem Stellungsspiel arbeiten. Hat jemand seine Reaktion auf das zweite Tor der Schweden gesehen? Wie er verächtlich abwinkte, nachdem Neuer den Ball durchließ, als sei er auf dem Bolzplatz bei einem Spiel, wo jeder mal ins Tor muß. Und überhaupt Neuer! Wie kann man ihn als einen der Weltbesten bezeichnen, wenn er in dieser Gruppe bereits 6 Tore gefangen hat. Manchmal reagiert er wirklich sensationell, aber mir wirkt er zu hüftsteif, ungelenk. Adler ist besser, verlor ja ohnehin nur durch Verletzung die Nummer 1, Zeit für Löw, das wieder zu korrigieren. Ich bin nicht sicher, was passiert, wenn es auf Neuer ankommt. Das Problem der Mannschaft läßt sich aber nur exemplarisch, nicht ursächlich an einzelnen festmachen. Ich sehe es so, daß die Spieler es gar nicht nötig haben, einen Titel zu holen. Unsterbliche Helden wie Walter, Rahn, Turek und die anderen Herberger-Kämpen, Seeler (ohne Titel in der Nationalelf), Netzer, Beckenbauer, Overath, Gerd Müller, Vogts, Grabi und Holz (wenigstens lokal) werden sie nicht, wurden auch schon die Weltmeister von 1990 nicht. Deren Aufstellung weiß ich immerhin noch auswendig, die der Europameister von 1996 schon nicht mehr. Die Mannschaft von heute scheint es gar nicht erst darauf anzulegen, mehr zu erreichen, als sie bisher haben. Finanziell ist es nicht nötig, die Karriere läuft auch so gut genug und was soll ich mich von einem Löw kommandieren lassen, wo ich schon die ganze Woche mit Mourinho, Heynckes, Sammer, Hoeneß, Klopp, Wenger u.a. genug zu tun habe. Was soll ich für Götze, Reus oder Hummels die Knochen hinhalten, die doch gerade von meinem Präsidenten so trefflich gedisst worden sind?
Und überhaupt, was erlaubt Hoeneß? Ohne jede Not, gerade Mal irgendwas quer sitzen habend, ledert er gegen Klose los, als hätte der ihm irgendetwas getan. Gerd Müllers Leistungen und Verdienste stehen doch außerhalb jeder Diskussion. Kaum jemand würde sich die Mühe machen, dessen Länderspieltore mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie oft er gegen Zypern und Albanien getroffen hat, wieviele Elfmeter unter seinen Toren waren, wie oft er gegen die Großen traf. Hoeneß sagt, Müller habe gegen Frankreich, England und Italien getroffen im Gegensatz zu Klose. Nun, weder England nach 1970 noch Frankreich während Müllers Länderspiellaufbahn gehörten zu den Großen, Italien schon eher, gegen Holland traf er auch. Dann noch Tore gegen Rußland (EM-Finalist, aber groß?), Schottland, Norwegen, Dänemark, viele gegen Österreich etc., kein Tor gegen Brasilien. Mag jeder selbst entscheiden, was die Qualität der Müller-Opfer angeht, Hoeneß hat ja damit angefangen, kann er ja selbst den Faktencheck machen. Und gleich erklären, ob es wirklich sein Ernst ist, die schwachen Darbietungen seiner Bayernspieler bei der Euro auf Tischtennisplatten und Formel 1-Besuche zu schieben. Wahrscheinlich kann er sich so elegant darum drücken, auf die Nicht-Leistungen seiner Akteure bei der Euro näher einzugehen. Dabei muß dieser grundsätzlich so gescheite und anständige Präsident und Ehren-Manager des FCB aufpassen, daß er nicht endgültig zum Dummschwätzer verkommt, wie vor ihm schon der Kaiser. Unangenehm waren seine Auftritte als "Abteilung Attacke" ja ohnehin schon oft genug, wenn er beckmesserisch, hochroten Kopfes, oft keifend Kritikern begegnete oder selbst, wie jetzt wieder ohne Not einfach irgend jemanden angriff. 



Sie haben es noch zu Unsterblichkeit geschafft, wenngleich schon mit weniger Pathos behaftet als die Helden von Bern.

Legenden ja, aber unsterblich, noch in 20 Jahren in aller Munde?

Der Bundestrainer auf den Schultern seiner Spieler? Özil und die Nutella-Gang trägt Jogi? Abgesehen davon, daß dafür erst mal ein Titel gewonnen werden müßte, ist es schwer vorstellbar.







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