"if you can't beat them in the alley, you can't beat them on the Ice" - (Conn Smythe) Aus dem Poesiealbum der Broad Street Bullies, der deutschen Nationalmannschaft gewidmet!

Dienstag, 3. September 2013

Stadionalbum 30: Europacup-Historie der Eintracht in ausgewählten Stadionansichten

Sperriger Titel, Entschuldigung dafür. Ein mir bekannter und sehr geschätzter Eintrachtfan beklagte kürzlich, daß er noch nie bei einem EC-Auswärtsspiel der Eintracht war. Damit alle sehen können, wie schön es da war, wo die Eintracht einst gastierte, hier ein paar Ansichten:

Der Wiener Sportclub, öserreichischer Meister 1959, empfing die Eintracht im März 1960 im Praterstadion. Ein 1:1 (Tor: Stein) vor 47.000 reichte der SGE nach dem 2:1 aus dem Hinspiel. Im inzwischen überdachten Stadion sahen 1994 ebenfalls 47.000 das "Heimspiel" von Austria Salzburg gegen die Eintracht im UEFA-Cup-Viertelfinale (weiter war die SGE nur 3x in der Vereinsgeschichte gekommen). Begleitet von übelsten rassistischen Schmähungen unterlag die Eintracht 0:1, schaffte es gegen biedere aber clever eingestellte Österreicher im Rückspiel nicht, sich durchzusetzen, auch da Gaudino und Binz im Elfmeterschießen zu hasenfüssig und pomadig antraten.

De Kuip, Rotterdam, Station im UEFA-Cup 1979/80. Nach dem großartigen 4:1 aus dem Hinspiel tat die 0:1-Niederlage hier nicht weh. Über das interessante Wiedersehen zwischen Bernd Hölzenbein und Wim Jansen, deren schicksalhafte Begegnung im Niederländischen Strafraum gut fünf Jahre zuvor entscheidenden Einfluß auf das WM-Finale gehabt hatte, ist mir nichts überliefert.

Auch in Utrecht gab es für die international eher auswärtsschwache Eintracht nichts zu holen, man verlor 2:1, auch hier jedoch reichte der 3:1 Heimsieg zum Weiterkommen im UEFA-Cup 1980/81.


Im Landsmeisterpokal 1959/60 begegnete die SGE dem Meister der Schweiz auf historischem Terrain ("hier ist Wankdorf - keiner wankt") und siegte auswärts mit 4:1 gegen die Young Boys Bern. 







Es galt im Vorfeld als ungleiches Duell, als 1960 im Halbfinale des Landesmeisterpokals der schottische Meister Glasgow Rangers auf den deutschen Champion Eintracht traf. Vollprofis von der Insel, die für sich in Anspruch nahm, das Spiel erfunden zu haben gegen Feierabendprofis, die alle bürgerlichen Berufen nachgingen und nach der Arbeit trainierten. Nach dem sensationellen Hinspielergebnis von 6:1 für die Eintracht schien das Weiterkommen für den Außenseiter vom Main nur noch eine Formsache. Anders als man es von den Profis von heute gewohnt ist, nutzte die SGE den Ausflug nach Schottland zu einer zweiten Fußballdemonstration, siegte vor über 70.000 erstaunten Zuschauern mit 6:3 und entzauberte nebenbei den Mythos vom der Überlegenheit des Britischen Fußballs. 











Das vielleicht bisher größte Spiel in der Vereinsgeschichte fand im Hampden Park zu Glasgow statt. 1960 war der Europapokal der Landesmeister, der Vorgänger der heutigen, unerträglich gehypten Champions League, noch der Wettbewerb, an dem nur die Meister der europäischen Länder teilnehmen durften - und der Titelverteidiger. Die Eintracht zog ins Finale ein und traf als de facto Amateurmannschaft auf die Profis von Real Madrid, Sieger der vorherigen - aller bis dato ausgetragenen - 4 Wettbewerbe. Die Eintracht führte schnell 1:0, erstarrte dann vor Ehrfurcht und Angst vor der eigenen Courage, kassierte 7 Tore in Folge, ehe Erwin Stein, die Legende aus FFM-Griesheim, noch zwei Tore zur Ergebnis-Kosmetik erzielte. Trotz der herben Schlappe galt das Spiel lange Zeit als eine der besten Partien, die je stattfanden. Für Madrid trafen nur zwei Spieler, Alfredo Di Stefano und Ferenc Puskas, damals zu den absolut weltbesten gehörend.

Montag, 26. August 2013

Saisonvorbereitung 13/14 - Prognosen

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern oder diese Saisonvorschau, die ich in den Tagen vor dem ersten Spiel geschrieben hatte. Ich stelle sie trotzdem mit Verspätung hier ein, damit ich nach der Saison sagen kann, daß ich recht hatte! Obwohl ich inzwischen das mit Stuttgart lieber zurücknehmen würde und Labbadia schnell noch ins Rennen um die erste Trainerentlassung eingestiegen ist.

Wieder eine Sommerpause dahin, wieder so gut wie keine Fußballspiele  geguckt. Daß ich ein wenig Frauenfußball und CL-Quali mit Austria Wien gesehen habe und nicht weiß, was schlimmer war, darüber werde ich hinweg kommen.
Ohnehin gab es in der Sommerpause noch ärgerlich viel "Bericht"-Erstattung über Fußball. Die Hypemaschine kommt nicht mehr zur Ruhe, neuerdings werden ja Testspiele im Rahmen von Sponsorenturnieren zu "Pflichtspielen" erklärt und es gibt einen "Supercup", den aber nicht Meister und Pokalsieger austragen, sondern die derzeit am stärksten wahrgenommenen Mannschaften. Wer spielt wohl im "Supercup", wenn nicht Bayern und Dortmund die Plätze 1 und 2 belegen?
Zur Saisonvorbereitung gehört natürlich wie immer die Lektüre der Sonderhefte aus den Häusern Kicker bzw. 11 Freunde. Das von Sport-Bild spare ich mir seit Jahren, zumal der Springer-Verlag wie so oft als erster die Nerven verlor und den frühesten Erscheinungstermin wählte.
Das Kicker-Sonderheft wird für mich immer schwerer verdaulich. Die Vereinsseite nach dem Mannschaftsfoto wird immer fragwürdiger. Waren in den letzten Jahren die Leistungsdaten wenn auch unnötig, so doch einigermassen informativ, so brauche ich die Informationen, die dieses Jahr abgedruckt werden, gar nicht. Sagt über den letztjährigen Leistungsstand gar nichts mehr, war der Spieler Stammkraft, wertvoll oder nicht, effektiv? Geht aus dem Heft nicht hervor! Wie schon seit Jahren verliere ich den Überblick, kenne auf den alten Mannschaftsbildern aus dem 11 Freunde-Büchlein mehr Spieler als in den aktuellen Kadern. In jenem Büchlein übrigens zum zweiten Mal in Folge Otto Knefler zweifach vertreten. Sehr gut wie immer das Fernsehprogramm im 11 Freunde-Heft, jedes Jahr ein Highlight.

Was ist also von der Saison zu erwarten?
Die Liga kommt endgültig auf den Hund, es geht nicht mehr um den Kampf von 18 Mannschaften um Platzierungen, die DFL wird endgültig zum Vermarktungsvehikel von FCB und BVB, 16 Vereine als Staffage, Medienvertreter als Marktschreier in rot, weiß, schwarz und gelb. Soll ja angeblich der Liga gut tun?!
Da beim FCB immer einer spinnt, ist für mich die spannendste Frage der Saison, ob der fleischgewordene Wurstfabrikant, der ewige Zweite (der sich seinerzeit ja auch erdreistet hatte, dem scheidenden Ballack Hohn und Spott nachzurufen) oder die personifizierte Spaßbremse als erster dem Trainer in die Parade fährt. Das Maul halten und den Trainer seine Arbeit machen lassen, das haben sie bei Hitzfeld, Van Gaal und Heynckes nicht geschafft, warum sollten sie es also bei Guardiola hinbekommen? Oskar Wilde hat einmal formuliert, "Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht der Versager". Letzteres sind sie beim FCB sicher nicht, dennoch sei es ihnen einmal gesagt.
Sonst? Zweiter wird Leverkusen oder Dortmund, dahinter werden Wolfsburg, Stuttgart, die Eintracht, Schalke, vielleicht noch Gladbach einlaufen. Dann Hannover, HSV, Freiburg, Hoffenheim und evtl. noch Bremen, für die es um nichts gehen wird. Bemerkenswert in Zusammenhang mit dem HSV bleibt, daß die Hamburger seit Jahren schon beweisen, daß man gar keinen Magath braucht, um sich ohne Konzept, Sinn und Verstand den Kader kaputt zu kaufen.
 In Abstiegsgefahr schweben jetzt schon Mainz, Nürnberg, Augsburg und die beiden Neulinge. Ich favorisiere Mainz und Berlin für die Rückkehr in Liga 2.

Hoffnungen bzw. Erwartungen: Adler wird wieder Nummer 1 im Nationalteam. Huntelaar verläßt Schalke, da er noch nie so lange bei einem Verein geblieben ist.
Schweinsteiger, Kroos, Müller, Götze - klingt nach einem Traum-Mittelfeld. Mehrere aus dieser Reihe werden sich öfter auf der Ersatzbank wiederfinden, als für möglich gehalten.
Jens Keller wird als erster Trainer entlassen, geht schließlich schon angezählt in die Runde.
Die lokale Presse schreibt wieder, wie jedes Jahr, Alex Meier sei nie so wertvoll gewesen wie heute.
Matthäus bleibt weiter - frei nach Ronnie Borchers - draußen vor der Tür.


Im nächsten Jahr ist WM. Löw muß mehrere Serien brechen, soll der Titel geholt werden. Mehr als 3x in Folge unter den letzten vier zu landen, hat Deutschland noch nicht geschafft (1966-1970-1974; 1982-1986-1990; 2002-2006-2010.). Ein WM-Titel konnte bisher nicht ohne SGE-Spieler im Kader gewonnen werden. Da Ter Stegen und Zieler, Jansen, Aogo, Beck u.a. scheinbar vor den Eintracht-Aspiranten rangieren, sieht es auch diesbezüglich schlecht aus. Und der Bundestrainer muß erst noch beweisen, daß er nicht vor entscheidenden Partien die Nerven verliert, von seiner Linie abweicht und sich in der Anpassung an den Gegner verzettelt, die Mannschaft damit überfordernd. Ich bin gespannt, wieviele Spieler, die im Verein nur auf der Bank sitzen, mitgenommen und von Beginn an aufgestellt werden. Hält Löw an Klose und Gomez, Podolski, Mertesacker und den verschiedenen Bayern-Spielern, die zu Bankdrückern werden dürften, fest?

Zuletzt noch ein Blick auf Spieler, die die Eintracht verlassen haben, um woanders mehr zu erreichen.
J. "only god can judge me" Jones, weggegangen, weil man in Frankfurt ja nicht zur Legende werden könne. Wenn man es als 31-jähriger auf gerade 151 BL-Spiele gebracht hat, ist es in der Tat schwer, nicht von einer marginalen Karriere auszugehen. Dennoch Respekt, mit seinen in Königsblau gezeigten Leistungen hätte er durchaus ein hohes Ansehen bei den traditionsbewußten Eintrachtfans gewinnen können - und nicht so viele Versuche, aussortiert zu werden überstehen müssen, wie auf Schalke. 
Fährmann? Könnte Nummer eins bei einem Europacup-Teilnehmer sein, wenn er das eine Jahr in der 2. Liga bei der Eintracht durchgezogen hätte. Hat er aber nicht.
Ochs? Noch nicht klar, ob und wenn ja, wo er 13/14 spielt. Dem Vernehmen nach zufrieden damit, auf der Payroll von Volkswagen zu stehen. Fußball als schöne Nebensache - eigentlich ganz vernünftig.
Chris? Zukunft ebenfalls offen, auch ihm hat der Abstecher nach Hoffenheim nichts gebracht - in seinem Fall aber ganz anders als bei Ochs: Chris spielte nicht, Ochs ist da, wo er jetzt ist, weil er in Hoffenheim regelmässig spielte.


Mittwoch, 7. August 2013

Stadionalbum 29: Italia 90

Viel ist zu lesen über die italienische Liga, die schlechten Zuschauerzahlen, den schlechten Zustand der Stadien. Das war nicht immer so. 1990 wurde in Italien die Fußball-WM ausgetragen und damals war man allenthalben begeistert von den Spielstätten, in denen erstmals bei einer WM nur Sitzplätze erhältlich waren. Reine Fußballstadien waren jedoch klar in der Minderheit, was auch historische Gründe hat, da in der "Gründerphase" des flächendeckenden Stadionbaus aus politischen Erwägungen heraus fast ausschließlich Mehrzweckstadien gebaut worden waren. Ein Gutteil der Stadien von Italia 90 geht trotz zwischenzeitlicher Umbauten noch auf diese Phase der 20er und 30er Jahre zurück.



Bemerkenswerte Außenansicht, von Stararchitekt Renzo Piano ersonnen. Bari hatte ein 1934 eröffnetes Großstadion, das als Übergangsgefängnis für Albanische Flüchtlinge 1994 traurige Berühmtheit erlangt hatte.


Das San Nicola aus der Luft. Einer von zwei Neubauten.

Stadio Renato Dall'Ara, 1983 nach dem ehemaligen Vereinspräsidenten benannt. Zur WM gab es eine Erweiterung der Zuschauerränge. Die Backsteinfassade mit den Rundbögen blieb vom Ursprungsbau ebenso erhalten wie der 42 Meter hohe Marathonturm. Mussolini war bei der Eröffnung 1926 zugegen und bis 1943 Stand eine bronzene Reiterstatue des Duce auf der Tribüne vor dem Turm.

Sant'Elia in Cagliari. Die Planung für das Stadion begann nach Cagliaris Aufstieg in die erste Liga 1964, doch erst 1970, pünktlich zur einzigen Ligameisterschaft des Clubs, wurde es fertig. Für die WM mit dem hier zu sehenden Dächlein versehen. Aus Angst vor marodierenden Hooligan-Horden wurden die Vorrundenspiele der Engländer auf Sardinien ausgetragen. In meiner gesamten WM-Erinnerung war dies die spielerisch erbärmlichste Vorrundengruppe mit der Partie Englands gegen Irland als schlechtestes WM-Spiel, das ich je gesehen habe.

Florenz vor der Aufhübschung.

1931 eröffnet, war die bis heute erhaltene Dachkonstruktion neben den Wendeltreppen markantestes Merkmal des von Pier Luigi Nervi (italienischer Pendant zu Archibald Leach) entworfenen Stadions. Zur Eröffnung fand ein Freundschaftsspiel der Fiorentina gegen Admira Wien statt. Das Stadion hieß bis 1945 Giovanni Berta, nach einem faschistischen Märtyrer, dann Stadio Communale, seit 1991 Artemio Franchi, nach dem ehemaligen UEFA-Präsidenten.

Genua vorher. Bereits 1911 begann Genova 1893 hier zu spielen. Ursprünglich war das Stadion des Lokalrivalen Andrea Doria direkt dahinter gelegen, mußte jedoch 1927 einer Erweiterung des Stadio Luigi Ferraris (im ersten Weltkrieg gefallener Mittelfeldspieler von Genua 93) weichen. Seit 1946 spielen beide Genoveser Clubs hier, Andrea Doria nach der Fusion mit Sampierdarenese unter dem weithin bekannten Namen Sampdoria.

Das Ergebnis des Umbaus des Luigi Ferraris zur WM mutet wie ein Neubau an, entstand aber, wie an der Fassade erkennbar, auf den Mauern des alten Stadions. Für viele das schönste Stadion der WM, so eng und intim wie sonst keines. Hätte bessere Spiele verdient gehabt als die von Costa Rica, Schottland, Schweden, sowie das Achtelfinale zwischen Irland und Rumänien.

San Siro, Meazza oder wie auch immer: vor dem Ausbau noch eine beeindruckende Schüssel, mit den zwei großen Heimmannschaften Inter und Milan seit 1926 eine der legendärsten Arenen des europäischen Spitzenfußballs.

Zuviel des Guten, in meinen Augen ein abstossender Moloch durch die Erweiterung um einen dritten Rang und vor allem das trutzige, bedrohliche Dach.

Neben dem Eröffnungsspiel mit der unvergesslichen Niederlage des Titelverteidigers gegen wüst tretende Kameruner, nahm hier der große Siegeszug der deutschen Mannschaft seinen Lauf, die ersten fünf Spiele machte das Beckenbauer-Team hier. So gegensätzliche Protagonisten wie Matthäus und Klinsmann machten hier gegen Jugoslawien bzw. Holland die Spiele ihres Lebens. Im Falle des fränkischen Raumausstatters basiert die ganze Überbewertung seiner sportlichen Lebensleistung auf diesem einen Spiel. Traurig: Ein nicht schlechter als Häßler oder Littbarski spielender Uwe Bein wurde, nachdem er vier von fünf Spielen gemacht hatte, aussortiert, weder notwendig noch berechtigt.

Wie Mailand, so ist auch Neapel ohne Dach schöner. Hier machte Maradona die Neapolitaner, die sonst nicht viel zu lachen hatten, stolz und glücklich. 1959 eröffnet, passten hier ursprünglich einmal 85.000 Zuschauer hinein.

Argentinien spielte hier zweimal "zu Hause", ehe im Halbfinale Italienb der Gegner war. Bei vielen Zuschauern übertraf die Liebe zu Maradonna den Nationalstolz, so daß sich Freude und Trauer über das Scheitern Italiens die Waage hielten.
















Freitag, 28. Juni 2013

Unvergesslicher 28.06.1959

Es gibt ein Buch darüber, deshalb nur ein paar Zeilen über den Tag, an dem elf Adlerträger zum einzigen Mal die Meisterschale an den Main holten. Letzteres wäre 1959 ohnehin passiert, da der Finalgegner ja bekanntlich aus Offenbach kam.



Der Austragungsort des Endspiels um die deutsche Meisterschaft 1959. Nach der Wiederaufnahme des geregelten Spielbtriebs nach dem Krieg wurde in fünf regionalen Oberligen (Nord, Berlin, West, Süd und Südwest) gespielt. Die Erst- und zweitplatzierten (außer Berlin, das nur einen Teilnehmer stellte) wurden nach einem Ausscheidungsspiel zweier Zweiter in zwei Vierergruppen aufgeteilt, die in Hin- und Rückspielen die Gruppensieger ermittelten, welche dann im Endspiel um die deutsche Meisterschaft aufeinander trafen. Vor der Begegnung der Eintracht und der Kickers in Berlin hatte zuletzt mit dem VfB Stuttgart 1952 eine Mannschaft aus dem Süden gewonnen, die letzten vier Titel davor waren allesamt in den Ruhrpott gegangen (Rotweiss Essen, 2x Dortmund und Schalke). In der Endrunde 1959 dominierte die Eintracht ihre Gruppe klar, holte gegen den FK Pirmasens, 1. FC Köln und Werder Bremen sechs Siege bei 26:11 Toren! Die Kickers standen auch bereits vor dem letzten Spiel in ihrer Gruppe als Erster fest, verloren nur das bedeutungslose letzte Spiel beim HSV 1:0, erzielten daneben vier Siege und ein Unentschieden gegen den HSV, Westfalia Herne und Tasmania Berlin.


Schauplatz der Heimspiele beider Finalisten in der Endrunde zur deutschen Meisterschaft 1959: Das Waldstadion, welches nach dem Ausbau 1955 88.000 Plätze aufwies. In der Endrunde wurde der Zuschauerrekord von 81.000 Zuschauern erreicht, gegen den FK Pirmasens (Meister der Oberliga Südwest), insgesamt kamen zu den drei Heimspielen der Eintracht 174.000 Besucher. Frankfurt sah also in der sechswöchigen Endrunde alle Aspiranten auf einen Finalplatz!

Auf diesem Bild läßt sich die gigantische Gegengerade leider nur erahnen. Der OFC wich aus Kapazitätsgründen für die Endrunde ins Waldstadion aus und konnte bereits im ersten Heimspiel gegen den HSV 80.000 Zuschauer begrüßen, insgesamt kamen zu den drei Kickers-"Heimspielen" 173.000. Die Offenbacher schienen sich fern von Biebers Höhen auch sehr wohl zu fühlen, "zu Hause" holten sie zweimal 0:2 Rückstände auf und gewannen noch, erzielten in allen Heimspielen die Siegtreffer in den Schlußminuten. Besonders legendär wurde das Spiel gegen Tasmania Berlin, als der OFC, durch Platzverweis gegen Sattler dezimiert, bis zur 87. Minute 0:2 zurücklag. Angetrieben und immer wieder nach vorne gepeitscht durch den unermüdlichen Hermann Nuber (so berichtete mir ein Augenzeuge), schossen sie drei Tore binnen drei Minuten.

Die außerhalb des Platzes gute Geschäftsbeziehungen pflegenden Mannschaftskapitäne Alfred Pfaff und Gerd Kaufhold vor dem Anpfiff. 15 Sekunden nach selbigem stand es 1:0 für die leicht favorisierte Eintracht.

Ekko Feigenspan, dreifacher Endspieltorschütze. Aufgrund seiner vergleichsweise kurzen Verweildauer bei der SGE wird der Torjäger selten in einem Atemzug mit den langjährigen Frankfurter Spielern wie Loy, Lutz, Höfer, Lindner, Kress, Weilbächer oder Pfaff genannt, zu Unrecht. Feigenspan, der in den sechs Endrundenspielen 9 Mal traf und insgesamt im Eintrachttrikot die beeindruckende Torquote von 52 treffern in 79 Oberligaspielen erreichte, war als Maschinenbaustudent ein echter Exot unter den sonst überwiegend aus dem Arbeitermilieu stammenden Fußballern.

Die Torfolge. Obwohl das 4:2 ein Eigentor war, wird in den Annalen überwiegend Sztani als Torschütze geführt. Die Kickers zeigten große Moral, glichen nach acht Minuten zum 1:1 aus, die erneute Eintracht-Führung in der 14. Minute egalisierten sie in der 23. Minute! Nur vom Schock des 11-m-Treffers bereits nach zwei Minuten der Verlängerung erholten sie sich nicht so schnell, die Eintracht konnte drei Minuten nach dem letzten Seitenwechsel auf 4:2 davon ziehen. Der bereits zwei Minuten später erzielte Anschlußtreffer durch Goalgetter Gast kam zu spät, mehr konnte der wackere zweite Sieger nicht mehr aus- und anrichten.

Das Siegerfoto, dankenswerterweise durch den Agon-Sportverlag als großformatige Karte herausgegeben, wenn auch auf der Rückseite fehlerhaft beschriftet.

Die siegreiche Mannschaft in den schmucken Ausgehanzügen auf dem Flughafen. Wie es sich für einen Club mit weltmännischem Anspruch und auch einer solchen Ausstrahlung gehörte, nahm die Eintracht das Flugzeug. Man muß sich klarmachen: Anno 1959 war die Eintracht ein großer Club mit herausragend ausgestattetem Vereinsgelände einschließlich vereinseigenem Stadion für über 30.000 am Riederwald, wie es nur wenige Clubs hatten und genoß einen ausgezeichneten Ruf auch International. Die Kickers dagegen waren ein bodenständiger Verein, reisten mit der Bahn.

Anlässlich des Finales kam nicht nur die Single-Schallplatte mit den Liedern "Der Meister heißt Eintracht" sowie "Schuß und Tor (die Kickers stürmen vor)" auf den Markt. Man konnte auch einen insgesamt ca. zehnminütigen Zusammenschnitt der Live-Radioreportage erstehen. Am Mikrofon der durch das WM-Endspiel 1954 berühmte Herbert Zimmermann, der hier aber weitaus unaufgeregter kommentiert, vom Pathos befreit, nicht immer auf der Höhe wirkend. Der große, alles sagende Satz "die Eintracht ist die Mannschaft der Stunde, die Kickers die der letzten Minuten" stammt ohnehin nicht von Zimmermann, sondern von Rudi Michel, der die Fernsehübertragung kommentierte.
Beim Empfang im Römer hatte die Mannschaft etwas vorzuweisen (Schale) und ein fröhlich Lied auf den Lippen (wahrscheinlich "so ein Tag, so wunderschön wie heute" oder ähnliches).

Die Mannschaftskarte der Meistersaison. Da es noch keine Auswechslungen gab, war es nicht einfach, den vielfach gelobten guten Mannschaftsgeist aufrecht zu erhalten.

Montag, 24. Juni 2013

Stanley-Cup vor Spiel 6

Hin und her, auf und nieder. Der Verlauf der diesjährigen Finalrunde der NHL erinnert mich stark an die Serie der Bruins gegen Vancouver vor zwei Jahren. Auch damals gab es mehrere "Momentum changes", die Bruins schienen mehrmals angezählt.
In der diesjährigen Serie orakelten die Experten nach dem dritten Spiel allerdings noch umgekehrt, die Bruins seien jetzt Favorit, die Blackhawks müssten ihre Offensive umstellen, wenn sie noch eine Chance haben wollten. Es war moniert worden, daß sie kein Rezept gegen Bostons starke Defensive fanden, die Forderung gestellt, sie müßten von der Strategie abgehen, Toews und Kane in separaten Sturmreihen agieren zu lassen, stattdessen dieses Paar wieder zusammen auflaufen lassen. Ein widersinnig erscheinender Rat, schien dies doch der Stärke der Bruins in die Karten zu spielen. Nun, zwei Spiele und zwei Siege später, beide wesentlich durch die Tore von Patrick Kane beeinflußt, heißt es, die Bruins stünden praktisch schon mit eineinhalb Beinen über dem Abgrund. Heute Nacht kommt es zu Spiel sechs, in dem es für Boston tatsächlich "nur" eine Fortsetzung zu gewinnen gibt, für Chicago dagegen bereits den Cup. Übrigens haben beide Teams ihre letzten Stanley-Cups auf fremdem Eis erobert, Chicago in Philadelphia, die Bruins in Vancouver. 

Dienstag, 11. Juni 2013

Stanley-Cup 2013

Es ist soweit, die Finalpaarung um den Stanley-Cup steht fest. Die Chicago Blackhawks, zuletzt 2010 Sieger, warfen den Titelverteidiger L.A. Kings aus dem Wettbewerb, im letzten Spiel mit Hilfe eines Hattricks ihres größten Stars, Rechtsaußen Patrick Kane, der aus der Entfernung ohne Helm glatt als Double des großen Bobby Hull durchgehen könnte. Die wichtigsten Spieler der Blackhawks, seit 1926 in der NHL, Stanley-Cup-Sieger 1934, 1938, 1961 und 2010, sind neben Kane Jonathan Toews, Patrick Sharp, Duncan Keith (der beim letzten Cup-Sieg sieben Zähne verlor), Marian Hossa, Brent Seabrook und Torwart Corey Crawford, der im Conference Final sein Gegenüber, Superstar Jonathan Quick ausstach.
Auf der anderen Seite die Boston Bruins, seit 1924 NHL-Mitglied, Stanley-Cup-Champion 1929, 1939, 1941, 1970, 1972 und 2011. Mit der im Gegensatz zu Chicago weitgehend zusammengebliebenen Siegermannschaft von 2011 haben die Bruins im Conference Final in äußerst beeindruckender Manier die Pittsburgh Penguins um ihre Superstars Sidney Crosby und Evgeny Malkin ausgeschaltet, mit 4-0 Siegen und 12:2 Toren. Zwei Tore in vier Spielen gegen diesen überragenden Angriff zuzulassen spricht Bände über die Defensivqualität der Bruins. Diese ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß Coach Claude Julien beim Verteidigen gegen die gegnerischen Topreihen vor allem auf sein Verteidigerpaar Chara-Seidenberg setzt und nur in zweiter Linie auf defensiv ausgerichtete Sturmreihen. Chara-Seidenberg sind das wohl beste "shut-down-pair" der Liga, wenn es darauf ankommt, spielen sie über 25 Minuten. Sie hatten bereits vor zwei Jahren großen Anteil am Finalsieg über Vancouver, hielten damals die Sedin-Zwillinge weitgehend in Schach. Übersehen wird angesichts der Abwehrstärke der Bruins, zu der auch die weiteren Verteidiger (Ference, Boychuk, McQuaid, Krug, Hamilton) und vor allem Torhüter Tukka Rask, der aus dem großen Schatten von Tim Thomas herauszutreten verspricht, beitragen, daß ihr Sturm ebenfalls sehr gefährlich ist. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die jetzt im besten Alter befindlichen Angreifer weiterentwickelt, sind gereift. Man muß mit ihnen rechnen, das war beim Triumpf vor zwei Jahren nicht unbedingt so. Heute haben die Bruins mit Krejci-Lucic-Horton eine absolute Topreihe und eine zweite mit Bergeron-Marchand-Jagr, die praktisch genau so stark ist. Wegen dieser Ausgeglichenheit sind die Bruins für mich favorisiert, den Cup zu gewinnen und es damit der letzten Bruins-Dynastie nachzutun, die auch zwei Cups in drei Jahren geholt hatte.




Phil Esposito hat es vorgemacht: Der Rekordtorschütze der Boston Bruins holte binnen drei Jahren (1970 und 1972) zweimal die wertvollste Eishockeytrophäe nach Boston und gewann die wertvollsten individuellen Auszeichnungen als bester Scorer und MVP der Liga.

Bobby Hull, bester Torschütze in der Geschichte der Blackhawks, gewann mit Chicago 1961 den Cup, sammelte darüber hinaus, wie Esposito, die begehrtesten Trophäen für Stürmer: Die Art Ross Trophy und die Hart Trophy in seiner illustren Karriere.

Freitag, 7. Juni 2013

Aufrichtiges Mitgefühl, OFC

Was für ein Jammer! Langjährige Mißwirtschaft und ein (nicht nur wirtschaftlich) mißglückter Stadionneubau scheinen das Ende der Offenbacher Kickers als Teilnehmer am Profifußball herbeigeführt zu haben.
Die einen sagen, die Verantwortlichen seien genau informiert gewesen, was sie beim DFB einzureichen und nachzuweisen gehabt hätten und was nicht, sie hätten sich dumm gestellt in der Hoffnung, es würde irgendwie gut gehen. Die anderen sagen, sie hätten eigentlich alle geforderten Leistungen und Nachweise erbracht, nur ein bisschen anders, mit etwas Goodwill hätte der DFB die Unterlagen abnicken können. Es war also entweder Naivität (gar Dreistigkeit?) des OFC-Vorstandes oder wieder einmal der böse DFB. Schon hebt das Gemurre an, andere (z.B. aus Rheinland-Pfalz) betrögen seit zehn Jahren, Dortmund und die Eintracht seien damals vom DFB ganz anders behandelt worden etc. Das können andere sicher besser beurteilen als Fans von Kickers und der Eintracht (die ja von manchen Offenbachern sowieso nur als "Lizenzbetrüger" tituliert wird).
Schade ist es so oder so, ein Verein wie die Kickers hat das Potential, sich mit 10.000 bis 15.000 Zuschauern in der zweiten Liga zu etablieren, wenn man die eigenen Möglichkeiten realistisch einschätzt und das beste daraus macht. Man müßte sich halt auf das besinnen, was den Club ausgezeichnet hat. D.h. intensive Nachwuchsförderung und Talentsichtung in der Region, auf eine Rolle als Ausbildungsverein einlassen und wirtschaftlich das Terrain erobern, das der FSV sich gerade anschickt, zu erobern, mangels Fanbasis und Rückhalt in Stadt und Region aber noch nicht eingenommen hat. Und am besten noch eine andere, neue, Fankultur etablieren, die über Randale und "Tod und Haß der SGE"-, "Judenpack"- und "Zigeunerpack"-Rufen hinausgeht, um mehr "bürgerliche" Fans ins Stadion zu locken, anstatt sich als pöbelnder Mob zu gerieren. Leider kann sich gerade ein Verein dieser Größe keine Fehlgriffe im Vorstand leisten, das ist es, was Offenbach und Rot-Weiss Essen im Gegensatz zu Clubs wie Freiburg, Mainz oder aktuell Augsburg nicht beherzigt haben und was sie von Eintracht u.a., die "to big to fail" sind, unterscheidet. Denn auch die SGE hat unter jahrelanger Mißwirtschaft bis heute zu leiden, aber sie ist nie ganz untergegangen.
Wer einmal Thomas Kalt in einem Interview gesehen hat, der konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, daß dieser Mann fähig sein könnte, einen Verein mit Zweitligaambitionen zu führen.
Da meine Beziehung zum OFC, obwohl ich seit Jahrzehnten Eintracht-Anhänger bin, immer von Wertschätzung und Respekt gekennzeichnet war, hier zum Ausdruck meines Bedauerns ein paar Fundstücke aus meinem Archiv, verbunden mit dem frommen Wunsch, es möge einmal wieder so werden, wie es vor der Bundesliga war - beide erstklassig, für eine unterschiedliche Kultur stehend, in sportlich-fairer Konkurrenz zueinander stehend, aber außerhalb des Spielfeldes mit Respekt und Achtung voreinander.




Schön war es auf dem Berg. Ein tolles Stadion, zahlreiche und treue Fans und eine Mannschaft aus Offenbach für Offenbach.

Eines der wenigen sogenannten "reinen" Fußballstadien, die baulich den englischen Vorbildern wirklich nahestanden. Nicht nur keine Laufbahn sondern auch separate Tribünen, jede mit einer eigenen Geschichte. Stimmung und Atmosphäre kamen da schon bei weniger als 10.000 Zuschauern auf.

Wie schon auf dem vorangegangenen Bild zu sehen: Der für die Freitagabendspiele berühmte Berg hatte nur zwei Flutlichtmasten!

Ein Bild mit großem Symbolcharakter: Der OFC ist abgebrannt.

Das Bild täuscht etwas, Kulissen wie diese und Zuschauerzahlen jenseits der 20.000 gab es in den letzten 25 Jahren kaum noch.

Die letzte größere Modernisierung vor dem Abriss brachte Bestuhlung mit Schalensitzen anstelle der Bänke auf der Haupttribüne. Wer der Meinung war, anstelle dieses fast einzigartigen Stadions müßte ein 08/15-Fertigbau a la Paderborn u.a. gebaut werden, hat von den Kickers und deren Geschichte nichts kapiert. Und das in einer Zeit, wo die Heuschrecken sogar den Henninger-Turm als Retroversion wieder auferstehen lassen.

Ich gestehe: Mein erster Stadionbesuch war bei den Kickers! Schon jahrelang, dank Grabi, Holz und Nickel, der Eintracht verfallen, fand ich nichts dabei, mit meinem besten Freund, einem OFC-Fan, die freitagabendliche Weltreise aus dem Frankfurter Westen nach Offenbach zu unternehmen. Sah nur ein 2:2, auch nur dank eines der in jener Zeit häufigen fragwürdigen Elfmeters für die Kickers.
Das Schicksal wollte es so, daß ich in der Saison 81/82 alle Heimpunktverluste des Aufstiegsaspiranten im Stadion erlebte.


Der OFC verfügte über eine tolle Zweitligamannschaft, hatte ein Parademittelfeld mit Bein, Martin, Franusch, später noch Uwe Höfer, hinten räumten Kutzop und Geinzer ab, Kutzop glänzte zudem als gefährlicher Freistoßschütze und vorne war Walter Krause ein steter Unruheherd. Es machte Spaß, Freitagabends auf den Berg zu fahren, die Kickers zogen gewissermassen schon früh Eventfans an, da hier bei 8.000 Zuschauern mehr los war als im weiten, offenen Waldstadion bei 30.000.

83/84 kam es zum letzten Mal zu Punktspielen zwischen den großen Rivalen. Beide befanden sich die ganze Saison über in der Abstiegsregion. Im Hinspiel hatten die Kickers 2:1 gesiegt. Im Rückspiel, das mit offiziel 35.000 nicht annähernd ausverkauft war, gewann die Eintracht in heftigem Schneetreiben mit 3:0, obwohl Sziedat wie schon im Hinspiel die rote Karte bekommen hatte. Durch den Sieg schaffte die Eintracht wieder Anschluß, rettete sich schließlich über die Relegation, die Kickers mußten leider, mit über 100 Gegentoren, wieder in die 2. Liga.

Mein letztes Spiel auf dem Berg, Dieter Müller war zurück und schoß die Kickers nochmal in die 2.Liga. Der frühere Torschützenkönig der Bundesliga und Nationalspieler war zwar erst 33, wirkte aber schon sehr schwerfällig und verbraucht. Was ihn nicht hinderte zuverlässig zu treffen.

Der erste Bundesligakader des OFC. Trainiert vom nach zwei Herzinfarkten eigentlich aus dem aktiven Betrieb ausgeschiedenen Paul Oßwald und angeführt von Hermann Nuber, fand 1968/69 der Spruch vom höchsten Fußballberg Deutschlands seine Bestätigung: Ein Jahr für den Aufstieg, ein Jahr für den Abstieg. Bemerkenswert neben Oßwald und Nuber: Trainerassistent war Willi Keim (zweifacher Vizemeister mit dem OFC als Spieler), als Spieler u.a. dabei Seppl Weilbächer, Bruder des Frankfurter Nationalspielers und Meisters, sowie die Torhüter Volz (Pokalheld 1970) und Rudi Wimmer (später KSC-Legende).

Die vielleicht beste Kickers-Mannschaft nach den 50er Jahren: Der Kader von 1973, der auch im Jahr darauf weitgehend zusammenblieb. Diese Mannschaft schlug nicht nur 1974, am ersten Spieltag, die Bayern 6:0 (im Waldstadion), sie hielten sich 1974/75 lange in der Spitzengruppe, waren vorübergehend sogar Tabellenführer, längere Zeit Zweiter und stürzten erst durch eine Serie von fünf sieglosen Spielen am Saisonende auf den achten Platz ab mit 38-30 Punkten und 72 erzielten Toren. Nach heutiger Wertung wären das 55 Punkte gewesen! Trainer der hier abgebildeten Truppe war noch Gyula Lorant (später von Rehagel abgelöst), in der Mannschaft standen die legendären Erwin Kostedde und Siggi Held, daneben noch Manfred Ritschel, Pepi Hickersberger, Winfried Schäfer, Norbert Janzon, Theis und Semlitsch, Schmidtradner und Bockholt. Und ein sehr junger Dieter Müller, hier noch unter dem Namen Kaster.