Armin Veh hat sich nun also doch entschieden, die Eintracht zu verlassen, nachdem er vor Weihnachten noch angedeutet hatte, er könne sich auch eine Vertragsverlängerung über mehr als ein Jahr vorstellen. Lassen wir mal dahingestellt, ob die kolportierten zeitlichen Abfolgen tatsächlich so waren, wie jetzt dargestellt.
Auffällig ist jedenfalls, daß es jetzt offiziell vermeldet wird, da in Leverkusen und Gelsenkirchen die Trainer erheblich wackeln. In der Vorsaison hatte Veh sich ja auch erst zur Eintracht bekannt, als sich abzeichnete, daß Schalke sich unter Keller wieder stabilisierte. Es ist also davon auszugehen, daß er in der nächsten Saison bei einem Club landet, der 1. mehr Geld in Spieler investiert, 2. darüber hinweg sieht, daß Veh in Wolfsburg und Hamburg nicht gerade nachhaltigen Erfolg hatte. Als vorzeigbare Erfolge einer über 20-jährigen Trainerkarriere bleibt der Meister-Coup mit Stuttgart und das Erreichen der Europa-League mit der Eintracht. Immer noch mehr als viele andere aufweisen können. Aber Grund genug dafür, Forderungen an Vereine zu stellen, wie sie einem Latteck, Hitzfeld, Heynckes oder Klopp zustünden?
Wie sieht seine Eintracht-Bilanz bei genauer Betrachtung aus? Aufstieg mit einer für Zweitligaverhältnisse starken Mannschaft, ohne gegen die anderen Spitzenteams zu überzeugen (nur ein Sieg gegen Fürth, sonst Unentschieden und Niederlagen). Dann eine grandiose Hinrunde, langer Aufenthalt unter den ersten vier und letztlich Qualifikation für die Euro-League als sechster. Nach einer schwachen Rückrunde und monatelangem Hinhalten des Vereins, flankiert von der "Drohung" zu Schalke zu gehen. Im dritten Jahr in der gesamten bisherigen Saison Leistungen wie in der letzten Rückrunde, mit einigen wenigen Ausreissern nach oben wie nach untern. Andererseits tolle Europapokalspiele, gegen Gegner, die die Eintracht nicht kannten, sie wohl auch nicht gut gescoutete hatten.
Insgesamt seit mehr als anderthalb Jahren eine Stagnation wenn nicht sogar Rückschritte in der Entwicklung der Mannschaft und einzelner Spieler. Heute, da Einsatz, ein gutes taktisches Konzept, Disziplin und gute Standards als Gleichmacher fungieren können und Defizite der individuellen Klasse ausgleichen können - siehe Mainz, Augsburg, Nürnberg u.a., hat die Eintracht keine Antworten parat, wenn sie ihr Spiel nicht durchbringt. Und das ist seit eineinhalb Jahren regelmässig der Fall. Wer ist dafür verantwortlich, wenn nicht der Trainer? Wessen Aufgabe ist es, sich auf taktischem Gebiet etwas einfallen zu lassen, etwas zu entwickeln, das die Spieler bei vorhandenen Defiziten weiterbringt und der Mannschaft hilft? Wer gibt den Spielern Handlungsanweisungen und -pläne an die Hand, die z.B. dafür sorgen würden, daß bei einer 3:2-Führung fünf Minuten vor Schluß bei gegenerischem Ballbesitz nicht das Mittelfeld 30 Meter vor der Abwehr steht, und damit hinten eine 3 gegen 3-Situation entsteht, die zum Ausscheiden aus dem Europapokal führt?
Es ist leichter, den Verantwortlichen vorzuwerfen, sie sorgten nicht für eine sportliche Perspektive, als selbst die bestehende Mannschaft weiterzuentwickeln.
Der Verlust von Veh ist aus meiner Sicht nur dann zu Bedauern, wenn Bruchhagen und Hübner bei der nächsten Trainerverpflichtung daneben greifen. Das würden sie, wenn sie beispielsweise die Kurzzeittrainer Labbadia (als Hesse wäre er wahrscheinlich bei Hölzenbein in die ganz enge Wahl gekommen) oder Babbel (der Name dieses Urbayern klingt hessisch) verpflichten würden, die noch nichts nachhaltiges bei irgendeinem Club hinterlassen haben. Oder wenn ihre Wahl auf einen fiele, der engere Geschäftsbeziehungen mit einer Spielerberatungsagentur unterhält und gleich mal vier serbische oder griechische Granaten mitbrächte, die hier niemand kennt und die nichts bringen - außer dem Trainer eine Provision.
Es braucht einen Trainer, der schon bewiesen hat, daß er eine junge und entwicklungsfähige Mannschaft konsolidieren und weiterentwickeln kann.
Mein Wunschkandidat wäre, wie immer, Rangnick. Aber der hat wohl keine Lust mehr, Trainer zu sein.
"if you can't beat them in the alley, you can't beat them on the Ice" - (Conn Smythe) Aus dem Poesiealbum der Broad Street Bullies, der deutschen Nationalmannschaft gewidmet!
Dienstag, 4. März 2014
Donnerstag, 20. Februar 2014
Sbornaja - eine nationale Tragödie?
Die Mannschaft um Datsiuk (auch in multiplen anderen Schreibweisen erhältlich), Ovi, Geno und Kovalchuk ist raus aus Olympia. Das soll angeblich eine nationale Schande, Tragödie oder sonst irgendwie ganz schlimm sein.
Sportlich betrachtet ist es so, daß die Mannschaft offenbar sportlich überschätzt wurde. Die genannten Spieler Datsiuk, Ovechkin, Malkin sind absolute Weltklasse, Kovalchuk steht ihnen kaum nach. Sie befinden sich in einer Kategorie von Spielern, der vielleicht 10 weltweit angehören, unter jenen sicher auch Crosby und Getzlaf aus der kanadischen Mannschaft. Die Russen traten also mit drei bis vier Christiano Ronaldos des Eishockey an. Das Spiel der Mannschaft wirkte aber leblos, uninspiriert, kein Vergleich zu den Darbietungen der dieser Tage viel zitierten Charlamov, Michailov, Makarov, Larionov oder Krutov, jener "Roten Maschine", blind aufeinander eingespielten Puck-Künstlern vergangener Tage, vom äußerst autoritären Viktor Tichonov trainiert und gedrillt. Die individuelle Klasse einzelner der heutigen Generation steht den Vätern in nichts nach, aber es war wenig kollektives zu sehen. In der oft mitentscheidenden Frage, was der Einzelne bereit ist, für den Anderen zu tun, bleibt bei der russischen Mannschaft ein großes Fragezeichen. Auf jeden Fall weniger als die Spieler der Halbfinalisten, das kann man wohl durch die Bank konstatieren. Vermutlich eine Mentalitätsfrage, es könnte damit zusammenhängen, daß die sportliche Ehre den früheren Rotarmisten ein höheres Gut war als den heutigen Multimillionären, die jeder für sich schon zahlreiche Auszeichnungen und - außer Ovechkin - auch die begehrtesten Mannschaftstrophäen gewonnen haben. Außer eben einer olympischen Goldmedaille. (Vielleicht ein ähnliches Phänomen wie bei den deutschen Fußballnationalspielern, denen durch ihre öffentliche Wahrnehmung, mediale Huldigung und ihre Einnahmen schon eine Bedeutung suggeriert wird, angesichts der ein WM-Titel etwas abstraktes, nicht zwingend notwendiges bekommt)
Interessant, daß das für die kanadischen, US-amerikanischen und skandinavischen Spieler nur in geringerem Maß zuzutreffen scheint. Jedenfalls besteht wohl kein Zweifel daran, daß die vier besten Mannschaften des Turniers im Halbfinale stehen. Schade nur, daß die teilweise zauberhaftes Eishockey spielenden Kanadier durch ihre schwache Torausbeute in Gefahr scheinen, nicht das verdiente Gold zu holen.
Nebenbei: So berechtigt es ist, daß die Russen nicht unter den besten vier stehen, so berechtigt ist es auch, daß die deutsche Mannschaft sich gar nicht erst qualifiziert hat. Führt man sich deren Darbietungen der letzten internationalen Turniere vor Augen und schaut sich dagegen ein Spiel der Kanadier an, so kann man nur erleichtert sein, daß sich unser Team nicht auf dem gleichen Eis mit denen befindet.
Was die kollektive verwundete russische Seele angesichts des Scheiterns ihrer Mannschaft betrifft: ist es nicht viel eher eine nationale Schande, wenn willkürliche Verhaftungen vorgenommen werden, für etwas, was in fast allen Teilnehmerländern als freie Meinungsäußerung grundrechtlich geschützt ist? Wie egal dürfen IOC (und FIFA und UEFA), ursprünglich einmal Organisationen freiheitlich gesinnter junger Menschen, die politischen Verhältnisse sein? Darf man sich so aus der Verantwortung stehlen?
Während sich bis heute die Geister scheiden, ob der Rock 'n' Roll die Gesellschaften verändert hat oder nicht, so haben es couragierte Musiker mehrerer Generationen immerhin versucht!
Und der Sport? Kann in den USA auf seinen Beitrag, die Rassentrennung und -diskriminierung überwunden zu haben, verweisen. Und was noch?
Sportlich betrachtet ist es so, daß die Mannschaft offenbar sportlich überschätzt wurde. Die genannten Spieler Datsiuk, Ovechkin, Malkin sind absolute Weltklasse, Kovalchuk steht ihnen kaum nach. Sie befinden sich in einer Kategorie von Spielern, der vielleicht 10 weltweit angehören, unter jenen sicher auch Crosby und Getzlaf aus der kanadischen Mannschaft. Die Russen traten also mit drei bis vier Christiano Ronaldos des Eishockey an. Das Spiel der Mannschaft wirkte aber leblos, uninspiriert, kein Vergleich zu den Darbietungen der dieser Tage viel zitierten Charlamov, Michailov, Makarov, Larionov oder Krutov, jener "Roten Maschine", blind aufeinander eingespielten Puck-Künstlern vergangener Tage, vom äußerst autoritären Viktor Tichonov trainiert und gedrillt. Die individuelle Klasse einzelner der heutigen Generation steht den Vätern in nichts nach, aber es war wenig kollektives zu sehen. In der oft mitentscheidenden Frage, was der Einzelne bereit ist, für den Anderen zu tun, bleibt bei der russischen Mannschaft ein großes Fragezeichen. Auf jeden Fall weniger als die Spieler der Halbfinalisten, das kann man wohl durch die Bank konstatieren. Vermutlich eine Mentalitätsfrage, es könnte damit zusammenhängen, daß die sportliche Ehre den früheren Rotarmisten ein höheres Gut war als den heutigen Multimillionären, die jeder für sich schon zahlreiche Auszeichnungen und - außer Ovechkin - auch die begehrtesten Mannschaftstrophäen gewonnen haben. Außer eben einer olympischen Goldmedaille. (Vielleicht ein ähnliches Phänomen wie bei den deutschen Fußballnationalspielern, denen durch ihre öffentliche Wahrnehmung, mediale Huldigung und ihre Einnahmen schon eine Bedeutung suggeriert wird, angesichts der ein WM-Titel etwas abstraktes, nicht zwingend notwendiges bekommt)
Interessant, daß das für die kanadischen, US-amerikanischen und skandinavischen Spieler nur in geringerem Maß zuzutreffen scheint. Jedenfalls besteht wohl kein Zweifel daran, daß die vier besten Mannschaften des Turniers im Halbfinale stehen. Schade nur, daß die teilweise zauberhaftes Eishockey spielenden Kanadier durch ihre schwache Torausbeute in Gefahr scheinen, nicht das verdiente Gold zu holen.
Nebenbei: So berechtigt es ist, daß die Russen nicht unter den besten vier stehen, so berechtigt ist es auch, daß die deutsche Mannschaft sich gar nicht erst qualifiziert hat. Führt man sich deren Darbietungen der letzten internationalen Turniere vor Augen und schaut sich dagegen ein Spiel der Kanadier an, so kann man nur erleichtert sein, daß sich unser Team nicht auf dem gleichen Eis mit denen befindet.
Was die kollektive verwundete russische Seele angesichts des Scheiterns ihrer Mannschaft betrifft: ist es nicht viel eher eine nationale Schande, wenn willkürliche Verhaftungen vorgenommen werden, für etwas, was in fast allen Teilnehmerländern als freie Meinungsäußerung grundrechtlich geschützt ist? Wie egal dürfen IOC (und FIFA und UEFA), ursprünglich einmal Organisationen freiheitlich gesinnter junger Menschen, die politischen Verhältnisse sein? Darf man sich so aus der Verantwortung stehlen?
Während sich bis heute die Geister scheiden, ob der Rock 'n' Roll die Gesellschaften verändert hat oder nicht, so haben es couragierte Musiker mehrerer Generationen immerhin versucht!
Und der Sport? Kann in den USA auf seinen Beitrag, die Rassentrennung und -diskriminierung überwunden zu haben, verweisen. Und was noch?
Montag, 17. Februar 2014
Der perfekte Fc Bayern
Es ist ein Luxusproblem, das der FC Bayern seit ein paar Monaten hat: Die Mannschaft spielt so nahe an der Perfektion, wie es nur vorstellbar ist, überhaupt scheint der FCB der perfekte Klub zu sein.
Niederlagen sind derzeit nur vor Gericht zu befürchten.
Das soll ein Problem sein?
Nun ja, der FCB ist so etwas wie die Emerson, Lake & Palmer oder Toto des Fußballs. Technisch perfekt, spielerisch makellos aber uninteressant. Hat jemals jemand kreischende oder weinende Fans in der ersten Reihe bei ELP oder Toto erlebt, Gänsehaut bei deren Musik bekommen? Irgendetwas gefühlt? Klar, Musiklehrer nicken anerkennend oder - höchstes der Gefühle - schnalzen mit der Zunge. Aber geweckte Emotionen, Leidenschaft? Erhitzte Diskussionen, wie bei der Debatte Beatles oder Stones, Beck oder Page, Exile oder Sticky Fingers, Sgt. Peppers, Rubber Soul oder Abbey Road, Paul oder John? Wohl kaum.
Für Projektion oder emotionale Besetzung taugen die Bayern derzeit und wohl auch auf längere Sicht ebenso wenig wie für romantische Verklärung. Eher Steril, auf dem Weg zur Werkself. Betriebsmannschaft des Hoeneß- und Rummenigge-Konzerns. So daß wir Matthias Sammer wohl demnächst sagen hören werden, der FC Bayern müsse sympathisch werden.
Das leiseste Stadion der Liga, neidvolle Blicke der eigenen Fans nach Dortmund, Gelsenkirchen, Frankfurt oder Köln.
So weit haben sie es getrieben und auch das wird ihnen egal sein, dem Kalle und dem Uli.
Niederlagen sind derzeit nur vor Gericht zu befürchten.
Das soll ein Problem sein?
Nun ja, der FCB ist so etwas wie die Emerson, Lake & Palmer oder Toto des Fußballs. Technisch perfekt, spielerisch makellos aber uninteressant. Hat jemals jemand kreischende oder weinende Fans in der ersten Reihe bei ELP oder Toto erlebt, Gänsehaut bei deren Musik bekommen? Irgendetwas gefühlt? Klar, Musiklehrer nicken anerkennend oder - höchstes der Gefühle - schnalzen mit der Zunge. Aber geweckte Emotionen, Leidenschaft? Erhitzte Diskussionen, wie bei der Debatte Beatles oder Stones, Beck oder Page, Exile oder Sticky Fingers, Sgt. Peppers, Rubber Soul oder Abbey Road, Paul oder John? Wohl kaum.
Für Projektion oder emotionale Besetzung taugen die Bayern derzeit und wohl auch auf längere Sicht ebenso wenig wie für romantische Verklärung. Eher Steril, auf dem Weg zur Werkself. Betriebsmannschaft des Hoeneß- und Rummenigge-Konzerns. So daß wir Matthias Sammer wohl demnächst sagen hören werden, der FC Bayern müsse sympathisch werden.
Das leiseste Stadion der Liga, neidvolle Blicke der eigenen Fans nach Dortmund, Gelsenkirchen, Frankfurt oder Köln.
So weit haben sie es getrieben und auch das wird ihnen egal sein, dem Kalle und dem Uli.
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| Jeder, der einmal Gitarre oder Schlagzeug gespielt hat, wird darauf schwören, daß diese uncoole Band die technisch beste aller Zeiten sei. |
Freitag, 7. Februar 2014
Der entfremdete Fußball und ich
Fußball, besser gesagt das Spiel, entfremdet sich, ist dabei, sich zu verlieren, vom Kern seines ursprünglichen Daseins zu entfernen. So empfinde ich es angesichts der Entwicklung der letzten Jahre. Die Gründe sind vielfältig, u.a. trägt auch die Langeweile in der Bundesliga wesentlich dazu bei, die in Kombination mit einer völlig aufgeblasenen, künstlich aufgeregt daherkommenden, aus jeder Proportion geratenen Berichterstattung auftritt. Es ist kaum noch möglich, einfach nur ein Fußballspiel zu schauen. Zum Beispiel im ZDF-Sportstudio, wo die, die noch nichts vom Spieltag gesehen haben, systematisch mit zerhackten, durch Interviewfetzen unterbrochenen Videos, die über den Spielverlauf kaum etwas aussagen, belästigt werden, dazu Elemente wie Showtreppe oder -tür, durch die Studiogäste, die dann häufig aufs einfühlsamste Fragen gestellt bekommen, die in einer Sportsendung nichts zu suchen haben, die Manege betreten. Chronologische Spielberichte? Fehlanzeige. Zu der Sendezeit haben die Programmmacher Narrenfreiheit, im "Sportfernsehen" läuft ja gleichzeitig Softporno.
Den Fußball-Verantwortlichen werden seine Anhänger und Liebhaber zunehmend egal, da es ja in den letzten Jahren erfolgreich gelang, neue Kundenschichten zu erschließen. Daß Länder- und Europapokalspiele zu Uhrzeiten abgepfiffen werden, zu denen man Schulkinder nicht guten Gewissens aufbleiben lassen kann stört wohl keinen mehr, daß man sich als Familienvater Stadionbesuche mit Kindern kaum noch leisten kann ebenfalls.
Ein Museums- oder Zoobesuch kostet für zwei Erwachsene und zwei Kinder weniger, wie ein einziger Erwachsenensitzplatz in der Bundesliga. Bei genauer Überlegung ist der letzte Punkt auch gut so, die Familie hat ja letzten Endes mehr davon als von einem Eintracht-Heimspiel.
Aber zurück zur Entfremdung. Hat schon die neue Stadionarchitektur viel zur Gleichmacherei und Vereinheitlichung des Erlebnisses beigetragen, so haben FIFA und UEFA dem noch einen draufgesetzt und durch den erzwungenen Corporate Design-Wahnsinn dafür gesorgt, daß es neben und in jedem Stadion, in dem Wettbewerbe dieser Verbände stattfinden, gleich aussieht. Franz Beckenbauer ist sicher nicht der einzige, der bei einem offiziellen Stadionbesuch nicht mehr genau sagen kann, wo er sich gerade befindet (außer in einem Hyundai- und Coca-Cola-Stadion).
Selbst jetzt, da die Rückrunde begonnen hat, weicht dieses Gefühl der Entfremdung nicht. Die Bundesliga verkommt sportlich zur Farce, die Bayern werden zum Pendant der Harlem Globetrotters, der Rest der Liga zu den Washington Generals. In ihrem Höhenrausch merken Rumenigge und Hoeneß schon lange nichts mehr und solange die Kassen klingeln, wäre es ihnen auch egal, ob sich hier die Fußballfreunde abwenden oder nicht. Wobei diese Gefahr nicht zu bestehen scheint, da die Masse durch die (Nicht-) Berichterstattung ähnlich betäubt ist wie das Wahlvolk.
Um nicht falsch verstanden zu werden, ich habe Respekt für die Position, die sich der FCB erarbeitet hat und mir gefällt die derzeitige Spielweise der Mannschaft. Aber das ganze Drumherum. 40 Mio hier für einen Spieler, 40 Mio da für noch einen, grienende blonde Ex-Spieler mit selbstherrlicher Haltung und zweifelhafter Moral in der Chefetage, neue Märkte suchend, als hätten sie ein Produkt, das es zu platzieren gälte und nicht eine Fußballmannschaft.
Naja, was solls. Ich gehe Montag zu Monster Magnet, wende mich ansonsten wieder meiner Arbeit zu und versuche demnächst mal wieder ein paar Stadionalben zusammenzustellen.
Den Fußball-Verantwortlichen werden seine Anhänger und Liebhaber zunehmend egal, da es ja in den letzten Jahren erfolgreich gelang, neue Kundenschichten zu erschließen. Daß Länder- und Europapokalspiele zu Uhrzeiten abgepfiffen werden, zu denen man Schulkinder nicht guten Gewissens aufbleiben lassen kann stört wohl keinen mehr, daß man sich als Familienvater Stadionbesuche mit Kindern kaum noch leisten kann ebenfalls.
Ein Museums- oder Zoobesuch kostet für zwei Erwachsene und zwei Kinder weniger, wie ein einziger Erwachsenensitzplatz in der Bundesliga. Bei genauer Überlegung ist der letzte Punkt auch gut so, die Familie hat ja letzten Endes mehr davon als von einem Eintracht-Heimspiel.
Aber zurück zur Entfremdung. Hat schon die neue Stadionarchitektur viel zur Gleichmacherei und Vereinheitlichung des Erlebnisses beigetragen, so haben FIFA und UEFA dem noch einen draufgesetzt und durch den erzwungenen Corporate Design-Wahnsinn dafür gesorgt, daß es neben und in jedem Stadion, in dem Wettbewerbe dieser Verbände stattfinden, gleich aussieht. Franz Beckenbauer ist sicher nicht der einzige, der bei einem offiziellen Stadionbesuch nicht mehr genau sagen kann, wo er sich gerade befindet (außer in einem Hyundai- und Coca-Cola-Stadion).
Selbst jetzt, da die Rückrunde begonnen hat, weicht dieses Gefühl der Entfremdung nicht. Die Bundesliga verkommt sportlich zur Farce, die Bayern werden zum Pendant der Harlem Globetrotters, der Rest der Liga zu den Washington Generals. In ihrem Höhenrausch merken Rumenigge und Hoeneß schon lange nichts mehr und solange die Kassen klingeln, wäre es ihnen auch egal, ob sich hier die Fußballfreunde abwenden oder nicht. Wobei diese Gefahr nicht zu bestehen scheint, da die Masse durch die (Nicht-) Berichterstattung ähnlich betäubt ist wie das Wahlvolk.
Um nicht falsch verstanden zu werden, ich habe Respekt für die Position, die sich der FCB erarbeitet hat und mir gefällt die derzeitige Spielweise der Mannschaft. Aber das ganze Drumherum. 40 Mio hier für einen Spieler, 40 Mio da für noch einen, grienende blonde Ex-Spieler mit selbstherrlicher Haltung und zweifelhafter Moral in der Chefetage, neue Märkte suchend, als hätten sie ein Produkt, das es zu platzieren gälte und nicht eine Fußballmannschaft.
Naja, was solls. Ich gehe Montag zu Monster Magnet, wende mich ansonsten wieder meiner Arbeit zu und versuche demnächst mal wieder ein paar Stadionalben zusammenzustellen.
Montag, 13. Januar 2014
Bevor isch misch uffresch isses mir lieber egal
Hab keine Lust, mich mit Sport im Allgemeinen und Fußball im speziellen mehr als unbedingt nötig zu befassen. Zu viele Aufreger abseits des Spielfeldes.
Die Posse um die WM in Katar. Vergabe eines solchen Weltereignisses an einen Zwergstaat, in dem einige unermesslich Reiche, deren Firmenbeteiligungen eine Art geheime Weltmacht darstellen, alles und jeden kaufen können und in dem es ungefähr soviele aktive Fußballfans geben dürfte wie in Offenbach.
Südafrika konnte die Staaten- und Sportgemeinschaft noch von allen relevanten Wettbewerben ausschliessen, solange dort die Apartheidspolitik gepflegt wurde. Wo ist dieses Rückgrat geblieben? Oder hatte Südafrika einfach nur zuwenig Macht und Geld, anders als Russland, Katar, China und Konsorten?
Fußball-Länderspiele um 20.45, so daß Schulkinder die Nationalspieler nur noch aus Werbespots kennen.
Sportler und andere Prominente müssen sich scheinbar öffentlich bekennen, wenn sie homosexuell sind. Immerhin ist die durch Hitzelsberger angestossene Debatte noch leidlich interessant. Aus meiner Sicht ist der einzig rechtzufertigende Grund für ein Outing die Beendigung des Versteckspiels für den Betroffenen. Ständig mit einem Geheimnis, mit der Angst vor Bloßstellung, leben zu müssen, sich verstellen müssen, ein "falsches" Leben zu führen, ist Stress, macht krank. Wobei ich vermute, daß die homosexuellen Spieler am ehesten ihre eigenen Mitspieler zu fürchten hätten, was ausgrenzendes und diskriminierendes Verhalten anginge. Auf den Rängen herrscht eine weitgehend funktionierende Selbstkontrolle, Rassismus wurde so auch schon deutlich zurückgedrängt. Statistisch könnte jeder zehnte Spieler schwul sein, es ist auf jeden Fall davon auszugehen, daß in jeder Mannschaft mindestens ein homosexueller Spieler steht. Wenn jedes Team einen geouteten Schwulen hätte, wäre der Effekt ähnlich wie bei den Affenlauten gegen dunkelhäutige Spieler, die ja u.a. dann zurückgingen, als überall Farbige spielten.
Bin gespannt, was die größte Schwulenorganisation, die katholische Kirche, zu der aktuellen Debatte beizutragen hat. Wahrscheinlich wieder mal nichts. Wie in den C-Parteien, so herrscht auch in der Kirche noch die Vorstellung, eine Akzeptanz der Homosexualität würde zu mehr Homosexuellen führen, als handele es sich dabei um ein Angebot, für das sich jemand entscheiden würde, wenn es da wäre. Trotz der zahlreichen Schwulen in der Kirche, die es besser wissen.
Ein ketzerischer Gedanke dazu: Vielleicht ist gerade das Fußballmilieu mit seinem maskulinen Gehabe besonders reizvoll für Schwule, so daß hier die Quote sogar noch höher liegt als in der allgemeinen Bevölkerung?
Wenn es dann doch mal angekommen ist, daß Homosexualität nur eine von vielen Varianten des Normalen ist, dann wird man sich nicht mehr damit befassen, mit wem Klinsmann, Löw, Lahm, Friedrich, Deisler, C. Ronaldo, Ballack und co. schlafen. A pro pos Ballack: was wird aus seinen Enthüllungen über die Schwulencombo beim DFB, wenn sich die Protagonisten vorher outen?
Und übrigens: Respekt wem er gebührt. Auch wenn Journalismus, besonders der Sportjournalismus, ein schmutziges, oft unwürdiges Geschäft ist, finde ich es sehr beachtlich, daß die Journalisten in Sachen Homosexualität bisher stillgehalten haben, noch kein Spieler durch sie geoutetet wurde. Obwohl ich sicher bin, daß es in jenen Kreisen bekannt ist, wer homosexuell ist.
Solange der Spielbetrieb ruht, wird das Thema noch ein wenig vor sich hin köcheln. Die Vereine jedenfalls sollten sich weniger Sorgen über den Umgang ihrer Fans mit schwulen Spielern machen. Die oft eher schlicht differenzierten Spieler, die von Kindesbeinen an auf betont männlich wirkende Verhaltensmuster getrimmt wurden, sind es, von denen die Homophobie ausgeht.
Die Posse um die WM in Katar. Vergabe eines solchen Weltereignisses an einen Zwergstaat, in dem einige unermesslich Reiche, deren Firmenbeteiligungen eine Art geheime Weltmacht darstellen, alles und jeden kaufen können und in dem es ungefähr soviele aktive Fußballfans geben dürfte wie in Offenbach.
Südafrika konnte die Staaten- und Sportgemeinschaft noch von allen relevanten Wettbewerben ausschliessen, solange dort die Apartheidspolitik gepflegt wurde. Wo ist dieses Rückgrat geblieben? Oder hatte Südafrika einfach nur zuwenig Macht und Geld, anders als Russland, Katar, China und Konsorten?
Fußball-Länderspiele um 20.45, so daß Schulkinder die Nationalspieler nur noch aus Werbespots kennen.
Sportler und andere Prominente müssen sich scheinbar öffentlich bekennen, wenn sie homosexuell sind. Immerhin ist die durch Hitzelsberger angestossene Debatte noch leidlich interessant. Aus meiner Sicht ist der einzig rechtzufertigende Grund für ein Outing die Beendigung des Versteckspiels für den Betroffenen. Ständig mit einem Geheimnis, mit der Angst vor Bloßstellung, leben zu müssen, sich verstellen müssen, ein "falsches" Leben zu führen, ist Stress, macht krank. Wobei ich vermute, daß die homosexuellen Spieler am ehesten ihre eigenen Mitspieler zu fürchten hätten, was ausgrenzendes und diskriminierendes Verhalten anginge. Auf den Rängen herrscht eine weitgehend funktionierende Selbstkontrolle, Rassismus wurde so auch schon deutlich zurückgedrängt. Statistisch könnte jeder zehnte Spieler schwul sein, es ist auf jeden Fall davon auszugehen, daß in jeder Mannschaft mindestens ein homosexueller Spieler steht. Wenn jedes Team einen geouteten Schwulen hätte, wäre der Effekt ähnlich wie bei den Affenlauten gegen dunkelhäutige Spieler, die ja u.a. dann zurückgingen, als überall Farbige spielten.
Bin gespannt, was die größte Schwulenorganisation, die katholische Kirche, zu der aktuellen Debatte beizutragen hat. Wahrscheinlich wieder mal nichts. Wie in den C-Parteien, so herrscht auch in der Kirche noch die Vorstellung, eine Akzeptanz der Homosexualität würde zu mehr Homosexuellen führen, als handele es sich dabei um ein Angebot, für das sich jemand entscheiden würde, wenn es da wäre. Trotz der zahlreichen Schwulen in der Kirche, die es besser wissen.
Ein ketzerischer Gedanke dazu: Vielleicht ist gerade das Fußballmilieu mit seinem maskulinen Gehabe besonders reizvoll für Schwule, so daß hier die Quote sogar noch höher liegt als in der allgemeinen Bevölkerung?
Wenn es dann doch mal angekommen ist, daß Homosexualität nur eine von vielen Varianten des Normalen ist, dann wird man sich nicht mehr damit befassen, mit wem Klinsmann, Löw, Lahm, Friedrich, Deisler, C. Ronaldo, Ballack und co. schlafen. A pro pos Ballack: was wird aus seinen Enthüllungen über die Schwulencombo beim DFB, wenn sich die Protagonisten vorher outen?
Und übrigens: Respekt wem er gebührt. Auch wenn Journalismus, besonders der Sportjournalismus, ein schmutziges, oft unwürdiges Geschäft ist, finde ich es sehr beachtlich, daß die Journalisten in Sachen Homosexualität bisher stillgehalten haben, noch kein Spieler durch sie geoutetet wurde. Obwohl ich sicher bin, daß es in jenen Kreisen bekannt ist, wer homosexuell ist.
Solange der Spielbetrieb ruht, wird das Thema noch ein wenig vor sich hin köcheln. Die Vereine jedenfalls sollten sich weniger Sorgen über den Umgang ihrer Fans mit schwulen Spielern machen. Die oft eher schlicht differenzierten Spieler, die von Kindesbeinen an auf betont männlich wirkende Verhaltensmuster getrimmt wurden, sind es, von denen die Homophobie ausgeht.
Mittwoch, 13. November 2013
Crisis, what crisis? Wehret dem Realitätsverlust!
Was hat Willy Brandt den Eintracht-Fans voraus?
Er muß die sehenden Auges betriebene Selbstentleibung seines Vereins nicht miterleben. Es bleibt ihm erspart, mitanzusehen, wie die Versager, die die SPD seit Jahren herunterwirtschaften sich vor der Verantwortungsübernahme in einer "linken" Regierung drücken, stattdessen der CDU das Weiterregieren ermöglichen, um selbst ein paar Posten und Ämter abzugreifen, ehe die ruhm- und traditionsreiche SPD bei der nächsten Wahl endgültig in der Versenkung verschwindet.
Zugegeben das trifft eher auf die Eintracht nach 1995 zu als auf die heutige. Und ich möchte ausdrücklich Bruchhagen, Hübner, Veh und die Mannschaft nicht in den gleichen Sack stecken wie die Protagonisten von damals.
Aber zumindest habe ich immer noch den Eindruck, daß das Ausmaß der Probleme von den Verantwortlichen nicht voll erfasst wurde. Es wird immer noch zu unkritisch davon geredet, wie man ein weiteres Spiel doch eigentlich "kontrolliert" habe, über wahlweise 15, 30, 45, 60 oder sogar 75 Minuten. Daß vier Unentschieden in Folge viermal sieglos bedeutet, hat wohl in Frankfurt keiner bemerkt. Schon nach dem 2:2 gegen den HSV hätten alle Alarmglocken läuten müssen, dieses Spiel und sein Verlauf war die Blaupause für alle folgenden außer in Mönchengladbach. "Wir haben nur eine Ergebniskrise" hieß es da noch und auch nach weiteren Pleiten. Wenn eine Mannschaft besser spielt als die andere und nicht gewinnt, dann haben Spieler und Trainer ihren Job nicht richtig gemacht, Punkt. Komme mir da bloß keiner mit den Unwägbarkeiten des Fußballs, Pech, abgefälschten Bällen, Fehlentscheidungen der Schiedsrichter etc.
Die Mannschaft hat eine manifeste Krise, spielerische und mentale Probleme, ist weder hinten noch vorne konsequent genug. Hat sie keine Ziele? Die Spieler wirken planlos. Es ist im Grunde eine Fortsetzung der letzten Rückrunde, als immer dieselben gespielt haben, egal wie weit sie von ihrer Form entfernt waren. Auch deshalb scheinen so viele unfocussiert. Es fehlt der Druck, man weiß, man spielt sowieso das nächste Mal wieder, der Trainer wiederum vertraut den Ersatzspielern nicht, was auch in beide Richtungen (aufs Spielfeld und auf die Bank) ungünstige Signale sendet. Art und Entstehung der Gegentore in den letzten sieben Spielen lassen jedenfalls keinen Interpretationsspielraum, allen bemühten Sprachregelungen zum Trotz: So spielt ein Abstiegskandidat, der nicht zufällig in diese Region geraten ist. Wem passiert so etwas? Mannschaften, die sich - dem Pfeiffen im Wald gleich - zureden, es sei eine Ergebniskrise trotz guter Leistungen, anstatt sich mit den Fehlern zu beschäftigen und sie abzustellen. Die sich zu lange in Verleugnung der Realität auf "Spielkontrolle" ausruhen, etwas auf ihr (vielleicht überschätztes) spielerisches Potenzial zugute halten. Obwohl inzwischen die halbe Liga so spielt und die Gegner inzwischen nur noch auf "das langsame Erschlaffen der Kräfte" (Ror Wolf) bei der Eintracht zu warten brauchen. Man kann nur hoffen, daß diesmal die zweiwöchige Spielpause besser genutzt wird als die letzte solche Unterbrechung, auf die eine katastrophale Leistung gefolgt war. Zwei Wochen Zeit für Zweikampfschulung, Positionsspiel bei gegnerischem Ballbesitz, Spieleröffnung und Abschluß, vielleicht auch noch ein bischen Standardsituationen. Macht was draus.
Und hört auf, immer weiter auf das spielerische Potential zu Pochen.
Nochmal: Wer mit den vorhandenen Mitteln den Gegner nicht besiegen kann, der macht etwas falsch, muß nach anderen Wegen suchen, anstatt immer so weiterzumachen.
A propos Realitätsverlust: Sah ich doch neulich den "Kaiser", den Franz, wie er sagte, er habe in Katar noch keine Sklaven gesehen und er kenne das Land ja wohl besser als die ganzen Kritiker und Berichterstatter! Geht klar Franz. Im Allgemeinen kennen Multimillionäre, zumal wenn sie von so zweifelhaften Organisationen wie der FIFA und Ölscheichregimes hofiert werden, Land und Leute am besten. Der Kalle würde wahrscheinlich zustimmen, daß das da in Katar ganz anständige und vertrauenswürdige Leute sind. An Demokratie hat man in Bayern ja auch nur begrenzt Interesse und mit den Gesetzen nimmt man es ja selbst nicht immer so genau. Passt also schon.
Wie käuflich, korrupt und moralisch bankrott kann man sein, wenn man eigentlich alles hat, was man braucht?
Er muß die sehenden Auges betriebene Selbstentleibung seines Vereins nicht miterleben. Es bleibt ihm erspart, mitanzusehen, wie die Versager, die die SPD seit Jahren herunterwirtschaften sich vor der Verantwortungsübernahme in einer "linken" Regierung drücken, stattdessen der CDU das Weiterregieren ermöglichen, um selbst ein paar Posten und Ämter abzugreifen, ehe die ruhm- und traditionsreiche SPD bei der nächsten Wahl endgültig in der Versenkung verschwindet.
Zugegeben das trifft eher auf die Eintracht nach 1995 zu als auf die heutige. Und ich möchte ausdrücklich Bruchhagen, Hübner, Veh und die Mannschaft nicht in den gleichen Sack stecken wie die Protagonisten von damals.
Aber zumindest habe ich immer noch den Eindruck, daß das Ausmaß der Probleme von den Verantwortlichen nicht voll erfasst wurde. Es wird immer noch zu unkritisch davon geredet, wie man ein weiteres Spiel doch eigentlich "kontrolliert" habe, über wahlweise 15, 30, 45, 60 oder sogar 75 Minuten. Daß vier Unentschieden in Folge viermal sieglos bedeutet, hat wohl in Frankfurt keiner bemerkt. Schon nach dem 2:2 gegen den HSV hätten alle Alarmglocken läuten müssen, dieses Spiel und sein Verlauf war die Blaupause für alle folgenden außer in Mönchengladbach. "Wir haben nur eine Ergebniskrise" hieß es da noch und auch nach weiteren Pleiten. Wenn eine Mannschaft besser spielt als die andere und nicht gewinnt, dann haben Spieler und Trainer ihren Job nicht richtig gemacht, Punkt. Komme mir da bloß keiner mit den Unwägbarkeiten des Fußballs, Pech, abgefälschten Bällen, Fehlentscheidungen der Schiedsrichter etc.
Die Mannschaft hat eine manifeste Krise, spielerische und mentale Probleme, ist weder hinten noch vorne konsequent genug. Hat sie keine Ziele? Die Spieler wirken planlos. Es ist im Grunde eine Fortsetzung der letzten Rückrunde, als immer dieselben gespielt haben, egal wie weit sie von ihrer Form entfernt waren. Auch deshalb scheinen so viele unfocussiert. Es fehlt der Druck, man weiß, man spielt sowieso das nächste Mal wieder, der Trainer wiederum vertraut den Ersatzspielern nicht, was auch in beide Richtungen (aufs Spielfeld und auf die Bank) ungünstige Signale sendet. Art und Entstehung der Gegentore in den letzten sieben Spielen lassen jedenfalls keinen Interpretationsspielraum, allen bemühten Sprachregelungen zum Trotz: So spielt ein Abstiegskandidat, der nicht zufällig in diese Region geraten ist. Wem passiert so etwas? Mannschaften, die sich - dem Pfeiffen im Wald gleich - zureden, es sei eine Ergebniskrise trotz guter Leistungen, anstatt sich mit den Fehlern zu beschäftigen und sie abzustellen. Die sich zu lange in Verleugnung der Realität auf "Spielkontrolle" ausruhen, etwas auf ihr (vielleicht überschätztes) spielerisches Potenzial zugute halten. Obwohl inzwischen die halbe Liga so spielt und die Gegner inzwischen nur noch auf "das langsame Erschlaffen der Kräfte" (Ror Wolf) bei der Eintracht zu warten brauchen. Man kann nur hoffen, daß diesmal die zweiwöchige Spielpause besser genutzt wird als die letzte solche Unterbrechung, auf die eine katastrophale Leistung gefolgt war. Zwei Wochen Zeit für Zweikampfschulung, Positionsspiel bei gegnerischem Ballbesitz, Spieleröffnung und Abschluß, vielleicht auch noch ein bischen Standardsituationen. Macht was draus.
Und hört auf, immer weiter auf das spielerische Potential zu Pochen.
Nochmal: Wer mit den vorhandenen Mitteln den Gegner nicht besiegen kann, der macht etwas falsch, muß nach anderen Wegen suchen, anstatt immer so weiterzumachen.
A propos Realitätsverlust: Sah ich doch neulich den "Kaiser", den Franz, wie er sagte, er habe in Katar noch keine Sklaven gesehen und er kenne das Land ja wohl besser als die ganzen Kritiker und Berichterstatter! Geht klar Franz. Im Allgemeinen kennen Multimillionäre, zumal wenn sie von so zweifelhaften Organisationen wie der FIFA und Ölscheichregimes hofiert werden, Land und Leute am besten. Der Kalle würde wahrscheinlich zustimmen, daß das da in Katar ganz anständige und vertrauenswürdige Leute sind. An Demokratie hat man in Bayern ja auch nur begrenzt Interesse und mit den Gesetzen nimmt man es ja selbst nicht immer so genau. Passt also schon.
Wie käuflich, korrupt und moralisch bankrott kann man sein, wenn man eigentlich alles hat, was man braucht?
Donnerstag, 17. Oktober 2013
Realitätsprüfung bitte!
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| Nicht nur der ehemalige Sportstudent Klopp, auch C.G. Jung hatte seine verrückte Seite, er litt jahrelang an psychotischen Symptomen. |
| Kleiner Familienausflug der Ghettoboyz. |
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| Droht "Black belt"-Jones das Aus? |
Was ist bloß los? Bin ich der Geisterfahrer oder sind es die anderen da draußen? Hallo, noch jemand bei Verstand? Das deutsche Volk, das so gerne die (im wirklichen Leben kinderlose) Mutti als Kanzler behalten will, hat eine linke Mehrheit in den Bundestag gewählt. Diese denkt gar nicht daran, eine Regierung zu bilden. Stattdessen begeht die SPD-Spitze, bestehend aus gescheiterten Wahlverlierern im Verbund mit A. Nahles (die auch noch nie in einem richtigen Beruf tätig war), der schon alles egal zu sein scheint, politischen Selbstmord.
Indessen gibt sich G. Jauch größte Mühe, auch noch dem letzten Betrachter zu beweisen, daß er kein Journalist ist und Polit-Talk einfach nicht hinkriegt.
Der Bischof von Limburg macht der Kirche den Magath, indem er mit Chuzpe obszöne Geldbeträge, die er nicht selbst erarbeiten und verdienen mußte für Zwecke ausgibt, die nicht zu rechtfertigen sind.
Und dann auch noch der feist-aufgedunsene Ex-Tennisspieler, der seinen Gärtner nicht bezahlen konnte. Erscheint auf der Buchmesse! Verweile bitte nicht mehr, Du bist nicht schön, nur ein Grund zum Fremdschämen.
Es reicht mir mit den parasitären Medienpersönlichkeiten, it-girls und ehemaligen für irgendwas berühmt gewesenen, die Medienpräsenz mit Relevanz verwechseln.
Da beschäftigt man sich ja noch vernünftiger mit Fußball!
Z.B. mit der Frage, wann Jürgen Klopp sich endlich - vielleicht bei dem Schönheitschirurgen, der ihm die Haare "transportiert" (K.H. Rumenigge) hat - einer Botox-Behandlung unterzieht, damit ihm die Gesichtszüge nicht mehr zur hässlichen Fratze entgleisen können, wenn er sein Team benachteiligt wähnt oder wenn er jubelt. Gegen seine regelmässigen Verwandlungen in einen fanatisierten Stehplatzwahnsinnigen, Geifer und Gebrüll inklusive, würde natürlich auch eine Psychotherapie helfen, dauerte aber länger. Ich warte nur darauf, daß endlich einmal ein vierter Unparteiischer mit ihm das Duell Streit vs. Meier reinszeniert.
In München ebenfalls das vertraute Theater. Sammer mahnt die Spieler, Hoeneß mahnt Sammer, Rumenigge traut sich daraufhin auch hervor und tritt nochmal nach - Sammers einziger Fehler sei, daß er auf dem Oktoberfest kein Bier trinke. Auweia, ich lach später über diese Art Humor, westfälisch-bräsig gepaart mit Lederhose. Den Trainer lassen sie in Ruhe, vielleicht, weil er doch noch nicht so gut deutsch spricht. Oder weil es die Ergebnisse nicht hergeben. Ob Götze seinen Wechsel schon bereut hat ob der zwischenzeitlichen Besoffenheit über einzelne Dortmunder Galaauftritte, ist nicht überliefert.
Derweil nehme ich in Frankfurt wahr, wie (unnötig) weit sich Rode aus dem Fenster gelehnt hat mit seinem "Karriereplan" und dem nächsten Schritt, der ihn womöglich auf die Ersatzbank eines etablierteren Vereins führt. Trete aber aus politischer Korrektheit denen entgegen, die meinen, das hätte etwas mit Spielerberatern mit zwielichtig anmutenden Ex-Jugoslawischen Namen zu tun.
Was Patrick Ochs so treibt, weiß ich nicht, aber er hat viel Geld. Mittlerweile würde ihn aber noch nicht mal die Eintracht zurücknehmen, die Entwicklung der Mannschaft hat diese frühere Gepflogenheit überholt.
Es gab ein paar Trainerentlassungen, aber Keller ist immer noch im Amt, hat sogar mit K.P. Boateng einen Spieler bekommen, der über Weltklassefähigkeiten verfügt, von allen deutschen Spielern vielleicht die tollsten Youtube-Videos aufweist, aber doch bisher relativ wenig erreicht hat.
Vielleicht geht sein Stern ja in Gelsenkirchen (wehret dem bescheuerten "auf Schalke"!) auf, während der des anderen großen deutschen Ghetto-Kids,
J.J. Jones zum wiederholten Mal unterzugehen droht. Maybe only god can judge you, but the coach can put you on the bench!
Unsere Nationalmannschaft verfeinert inzwischen noch weiter die Ballzirkulation mit >60% Ballbesitz, läßt aber hinten Lücken, die bei der Eintracht nicht einmal mit Russ und Kempf in der Innenverteidigung entstehen würden. Und Löw scheint tatsächlich das unmögliche Unterfangen vorzuhaben, ohne Eintrachtspieler Weltmeister werden zu wollen.
Realitätscheck Taktik: Es ist mir aufgefallen, daß die vermeintlichen Innovationen, der angeblich moderne Fußball mit 4-5-1 in Wirklichkeit nur ein Rückfall in die 50er Jahre ist, nur Nuancen anders als das damalige 2-3-5! Erklärung: 2 Innenverteidiger damals wie heute. Davor drei Läufer, im heutigen Modell die oft hoch stehenden Außenverteidiger und der "Sechser" - okay, es fehlt die Doppelsechs, aber die setzt auch nicht jedes Team ein. Vorne 5 Stürmer, die aber schon seinerzeit versetzt und nicht alle auf einer Linie ganz vorne spielten. Nicht umsonst spricht man von Fritz Walter oder Alfred Pfaff seltenst als Stürmer, eher als Lenker und Spielgestalter im Sinne des späteren "Zehners". Auch heute sind die 5 Offensiven meist in Mittelfeld- und Stürmerpositionen zu finden, wechseln zwischen beiden, tauchen in Strafraum und an der Mittellinie auf.
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