Die noch fehlenden Mannschaften Belgien (Geheimfavorit), Algerien, Russland und Süd-Korea hatten ihre ersten Auftritte, Topfavorit Brasilien gegen Mexiko seinen zweiten.
Bemerkenswert: im Spiel Algerien gegen Belgien machte der Schiedsrichter bei einem Freistoß einen so hohen Haufen vor den Ball, daß ich fürchtete, De Bruyne würde diesen dem algerischen Torwart ins Gesicht schießen. Passierte aber nicht. Etwas unangenehm fand ich die Jubelchoreo der Algerier, die im halben Dutzend zum Gebet niedersanken. Aber ich kann Jubelchoreos generell nichts abgewinnen, eine dumme und unsportliche Unsitte, womöglich den US-Amerikanischen Gepflogenheiten abgeschaut. Dort fing es mit einzelnen Touchdown-dances an, später hatte fast jeder Offensivspieler ein solches Trademark - oft schon vor dem ersten Vertrag im Kinderzimmer einstudiert - und heute sind es Endzone-dances halber Mannschaften. Widerlich.
Mit Belgien drohte ein weiterer Geheimfavorit zu straucheln, aber die Belgier fanden Mittel und Wege, das Spiel zu gewinnen. Das macht Weltmeister aus, nicht das Schützenfest in der Vorrunde. So gesehen haben es die Deutschen sehr gut gemacht, beides kombiniert.
Schon jetzt möchte ich anmerken, daß schon öfter nicht die besser spielende Mannschaft Weltmeister wurde, sondern die, die am besten Wege findet, zu gewinnen. Was für sich genommen auch eine Form von besser Spielen darstellt. So wurde Deutschland Weltmeister über Ungarn bzw. die Niederlande, Italien 1982 über Brasilien in der Zwischenrunde, Italien 2006 usw..
Die Brasilianer haben sich gegen Mexiko nicht mit Ruhm bekleckert, nichts dramatisches. Ohne Hulk ists halt etwas schwieriger.
Russland gegen Südkorea war ein typisches 0:0, auch wenn es 1:1 endete. Am beeindruckendsten neben den anrührenden Torschußversuchen der Asiaten für mich der Schiedsrichter. Eine Frisur, als wäre er beim Friseur der deutschen 54er Mannschaft gewesen. Und ebenso wenig Widerspruch duldend wie weiland der "Chef". Übrigens die letzte WM mit Beteiligung des FSV Frankfurt - bis jetzt.
Insgesamt kein besonders guter Spieltag, geht besser.
"if you can't beat them in the alley, you can't beat them on the Ice" - (Conn Smythe) Aus dem Poesiealbum der Broad Street Bullies, der deutschen Nationalmannschaft gewidmet!
Mittwoch, 18. Juni 2014
Montag, 16. Juni 2014
WM Tag 5
Die Deutschen sind da, im Turnier und im Bewußtsein der Brasilianer, Holländer und Italiener angekommen. Ausrufezeichen gesetzt. Müller, nicht im Stile von Neymar, Messi oder Van Persie/Robben, sondern eher Müller- bzw. #13-Style, entscheidet und sorgt sich mit Recht, ob die Szene mit Pepe (Pauker- und Stürmerschreck) komisch rüberkommt. Die Aussage, er wolle erst mal die Fernsehbilder sehen, kenne ich noch von Pierre Littbarski nach einem zweifelhaften Faller seinerseits. War aber diesmal alles in Ordnung. Von den drei strittigen Schiedsrichterentscheidungen des Spieles war der Platzverweis die richtigste, die beiden Elfmeterszenen hätte der Referee auch umgekehrt auslegen können, ohne daß sich jemand hätte beklagen dürfen. So kann sich Müller, der in der Bundesliga unverhältnismässig oft durch Fallen und Reklamieren auffällt, vorbehaltlos über drei Tore, zwei davon in guter alter Mittelstürmermanier erzielt, freuen. Und ich mich über eine sehr gelungene Vorstellung der Nationalelf. Löw hat die richtigen Personalentscheidungen getroffen, was für ihn keine Selbstverständlichkeit ist, sieht man sich seine Vergangenheit bei Turnieren an.
Danach ein weiteres Ausrufezeichen, für die Partie Nigeria gegen Iran, in die ich immer wieder reinschaltete, fehlen mir fast die Worte. Respekt für Mehmet Scholl, daß er sich nicht herablassend über diese Versuche eines Fußballspieles lustig machte. Es war Not gegen Elend, als würde Griechenland gegen sich selbst spielen, der in der österreichischen Umgangssprache gebräuchliche Begriff der "Bloßfüssigen" fällt mir dazu erneut ein. Daß so unbedarfte Mannschaften bei einer WM spielen, ist in Ordnung, daß zwei von der Sorte in einer Gruppe sind, sollte nicht vorkommen. Vor allem, wenn man sieht, daß andernorts viel stärkere Teams ausscheiden müssen, wie z.B. in der deutschen Gruppe, in der brasilianischen, italienischen oder spanischen. Angesichts solcher Gruppengegner muß man sich jedenfalls ernsthaft Sorgen um die Form der Argentinier machen, die nun vor der k.o.-Phase keine weiteren Spiele unter Wettbewerbsbedingungen haben. Müssen unbedingt die Trainingsintensität hochfahren und hoffen, so irgendwie Biß und Fokus zu bekommen. Vielleicht Borowski, Frings und Ballack als Sparringspartner einladen, damit kein Schlendrian einzieht.
Dann der nächste Paukenschlag, USA gegen Ghana. Die selbsternannten (Geheim-) Favoriten vom schwarzen Kontinent gegen Klinsmanns US-Boys. Ghana (Heimat des ersten afrikanischen Bundesligaspielers Ibrahim Sunday) schonte Essien und Prince, vielleicht, weil man sie gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner für entbehrlich hielt, drückte und verlor doch. Die USA, seit 1990 jedesmal dabei, ohne seither erkennbare fußballerische Fortschritte gemacht zu haben, können immerhin gewinnen. Im Duell der deutschen Ghetto-Kicker gewinnt der Frankfurter Bub aus dem berüchtigten Stadtteil Bonames gegen den eingewechselten und blaß gebliebenen Berliner Prince. Anspruch und Wirklichkeit. Sollte sich Portugal von der Schlappe gegen Deutschland erholen und Pepe nur ein Spiel Sperre erhalten, so wird es schwer für die Hoffnung Afrikas auf ein gutes Abschneiden. Ghana muß nun auf jeden Fall gegen Deutschland gewinnen. Hoffentlich bekommt Löw jetzt keine Angst.
Noch kurz zur Berichterstattung: Kahn mit Welke an der Seite etwas spritziger als früher, aber er wird kein Unterhaltungskünstler mehr und Expertenwissen bringt er auch nur mässig rüber. Klarer Punktsieger in diesem ungleichen Duell, das die langjährigen Mannschaftskameraden nicht als solches sehen, ist Mehmet Scholl. Seine beste Einlassung bisher war die Replik auf die Frage, ob er zum Spiel Nigeria gegen Iran noch etwas sagen wolle: "Nö."
Irgendwo im Dschungel sitzt K. Müller-Hohenstein und verteilt Flip Flops. Was bin ich froh, daß ich nie Sportjournalist geworden bin. Und irgendwo im Netz treibt auch Harald Stenger sein Unwesen, der geschasste ehemalige Sprecher der Nationalelf. Bevor er zu dem wurde, war er ja jahrelang als Sportchef der Frankfurter Rundschau ein nimmermüder Kritiker - eigentlich von allem. In gelegentlichen Auftritten im Fußballstammtisch wirkte er auch eher mieseptrig. Als Moderator seiner Videokolumne kommt er etwas hölzern rüber, er bleibt m.E. ein Mann des Printmediums. Unsterblich ist er vor allem durch Ror Wolfs Fußballkollage "Schwierigkeiten beim Umschalten", wo Stenger als junger Hr-Reporter vorkommt, der von einem Volleyballspiel berichtet. Und ich glaube mich zu erinnern, daß er im "bench clearing brawl" gegen Argentinien 2006 auch mitmischte.
Danach ein weiteres Ausrufezeichen, für die Partie Nigeria gegen Iran, in die ich immer wieder reinschaltete, fehlen mir fast die Worte. Respekt für Mehmet Scholl, daß er sich nicht herablassend über diese Versuche eines Fußballspieles lustig machte. Es war Not gegen Elend, als würde Griechenland gegen sich selbst spielen, der in der österreichischen Umgangssprache gebräuchliche Begriff der "Bloßfüssigen" fällt mir dazu erneut ein. Daß so unbedarfte Mannschaften bei einer WM spielen, ist in Ordnung, daß zwei von der Sorte in einer Gruppe sind, sollte nicht vorkommen. Vor allem, wenn man sieht, daß andernorts viel stärkere Teams ausscheiden müssen, wie z.B. in der deutschen Gruppe, in der brasilianischen, italienischen oder spanischen. Angesichts solcher Gruppengegner muß man sich jedenfalls ernsthaft Sorgen um die Form der Argentinier machen, die nun vor der k.o.-Phase keine weiteren Spiele unter Wettbewerbsbedingungen haben. Müssen unbedingt die Trainingsintensität hochfahren und hoffen, so irgendwie Biß und Fokus zu bekommen. Vielleicht Borowski, Frings und Ballack als Sparringspartner einladen, damit kein Schlendrian einzieht.
Dann der nächste Paukenschlag, USA gegen Ghana. Die selbsternannten (Geheim-) Favoriten vom schwarzen Kontinent gegen Klinsmanns US-Boys. Ghana (Heimat des ersten afrikanischen Bundesligaspielers Ibrahim Sunday) schonte Essien und Prince, vielleicht, weil man sie gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner für entbehrlich hielt, drückte und verlor doch. Die USA, seit 1990 jedesmal dabei, ohne seither erkennbare fußballerische Fortschritte gemacht zu haben, können immerhin gewinnen. Im Duell der deutschen Ghetto-Kicker gewinnt der Frankfurter Bub aus dem berüchtigten Stadtteil Bonames gegen den eingewechselten und blaß gebliebenen Berliner Prince. Anspruch und Wirklichkeit. Sollte sich Portugal von der Schlappe gegen Deutschland erholen und Pepe nur ein Spiel Sperre erhalten, so wird es schwer für die Hoffnung Afrikas auf ein gutes Abschneiden. Ghana muß nun auf jeden Fall gegen Deutschland gewinnen. Hoffentlich bekommt Löw jetzt keine Angst.
Noch kurz zur Berichterstattung: Kahn mit Welke an der Seite etwas spritziger als früher, aber er wird kein Unterhaltungskünstler mehr und Expertenwissen bringt er auch nur mässig rüber. Klarer Punktsieger in diesem ungleichen Duell, das die langjährigen Mannschaftskameraden nicht als solches sehen, ist Mehmet Scholl. Seine beste Einlassung bisher war die Replik auf die Frage, ob er zum Spiel Nigeria gegen Iran noch etwas sagen wolle: "Nö."
Irgendwo im Dschungel sitzt K. Müller-Hohenstein und verteilt Flip Flops. Was bin ich froh, daß ich nie Sportjournalist geworden bin. Und irgendwo im Netz treibt auch Harald Stenger sein Unwesen, der geschasste ehemalige Sprecher der Nationalelf. Bevor er zu dem wurde, war er ja jahrelang als Sportchef der Frankfurter Rundschau ein nimmermüder Kritiker - eigentlich von allem. In gelegentlichen Auftritten im Fußballstammtisch wirkte er auch eher mieseptrig. Als Moderator seiner Videokolumne kommt er etwas hölzern rüber, er bleibt m.E. ein Mann des Printmediums. Unsterblich ist er vor allem durch Ror Wolfs Fußballkollage "Schwierigkeiten beim Umschalten", wo Stenger als junger Hr-Reporter vorkommt, der von einem Volleyballspiel berichtet. Und ich glaube mich zu erinnern, daß er im "bench clearing brawl" gegen Argentinien 2006 auch mitmischte.
WM: erste Eindrücke
Tag 4 ist vorbei. Von Anfang an: allmählich stellt sich doch ein Interesse an der WM ein.
Das erste Spiel: Ganz gut. Die sagenumwobene Abwehr der Brasilianer ist anfällig. Neymar gut, Oscar noch besser. Hulk, mein Lieblingsspieler der Gastgeber, diese Mischung aus Briegel und Brasilianer, leider schwach. Ich freue mich immer, wenn die gefeierten Superstars liefern, wie im Eröffnungsspiel Neymar. Da trennt sich Spreu vom Weizen. Kam fast ganz ohne Schnickerchen und sonstige Mätzchen aus, fiel auch nicht dauernd.
Dann Mexiko gegen Kamerun, noch schwächeres Schiedsrichtergespann, kein erbauliches Spiel, ein verdienter Sieger, geschlagene Kameruner, wie begossene Pudel vom Feld schleichend. Später ein erstes Highlight, die Neuauflage des letzten Finals. Oranje in blau, macht alles richtig, kontert überfallartig, die zwei Weltklassestürmer entscheiden das Spiel. Die Weichen hilft der Schiri stellen, indem er ein Foul der eindeutigsten Kategorie durchgehen läßt, wodurch das entscheidende 3:1 fällt. Bilanz: einzig Iniesta in annähernder Normalform, eine Innenverteidigung, die sich 5x düpieren läßt und ein von allen guten Geistern verlassener Casillas, das reicht für unsere Nachbarn. Spanien ist noch nicht raus, ist nicht gar so schlecht wie es in dem Spiel aussah, aber eben auch längst nicht so gut, wie sie vor dem Turnier gemacht wurden. Braucht nur einen Gegner, der sich nicht totstellt. Die Niederlande andererseits nicht so gut, wie es scheinen mag, auf Van Persie und Robben angewiesen, damit auch auszurechnen.
Weiter mit Chile gegen Australien, nicht gesehen, nichts verpasst.
Anderntags Kolumbien, einer von etwa zwanzig Geheimfavoriten, und Griechenland. Die Griechen, immer noch und immer wieder eine schallende Ohrfeige für den Fußball. Und Gekas haut noch auf die zweite Wange, obwohl sie ihm weder in Frankfurt noch in Belo Horizonte hingehalten wurde. Schwamm über dieses uninteressante Spiel, beide Teams nicht der Rede wert.
Elefenbeinküste-Japan, auch nicht gesehen und Djapka hat auch nicht gespielt.
Nächstes Highlight: Uruguay, noch so ein Geheimfavorit und Costa Rica, vielleicht jetzt als Geheimfavorit nachzunominieren. Tolle zweite Halbzeit, erste hatte ich ausgelassen. Man merkt jetzt schon deutliche Unterschiede zwischen organisiert und strukturiert spielenden und planlosen Mannschaften. Und nichts ist zu sehen von den erwarteten dominierenden Abwehrreihen, gegen die kein Durchkommen ist und auch nicht davon, daß 1:0 Führungen nicht aufzuhaolen sind.
Dann Italien, der Schrecken aller, haben in der WM-Geschichte wohl schon die Hoffnungen aller ambitionierten Nationen mindestens einmal zerstört. Mit Pirlo der coolste Spieler der Welt in ihren Reihen, spielte sogar durch, nie aufgeregt, nie Ruhe und Übersicht verlierend, an allen Angriffen irgendwie beteiligt. Sie suchen ihn, sie hofieren ihn. Von Bryan Robson hieß es in den 80ern, seine Mannschaft würde ohne ihn nicht mal den Abflugschalter finden. Was finden dann die Italiener nicht ohne Pirlo? Den Weg über die Mittellinie. Löw hatte also doch recht mit seiner Taktik im Halbfinale der Euro, Kroos und Özil haben es nur schlecht umgesetzt. Andererseits traten die Azzurri ohne Buffon an. Der andere ist zwar offensichtlich ein besserer Torhüter, aber ich habe den alten Mann bei der Nationalhymne vermisst. Seit Littbarski hat keiner mehr so falsch und laut singend seine Hymne verhunzt wie Buffon.
Gegner der Italiener waren die Engländer, die ein gutes Spiel machten, aber gegen Italien ist einfach kein Kraut gewachsen (im übrigen eine tolle doppeldeutige Schlagzeile, falls wir es wieder nicht schaffen sollten). Dumm auch, daß Gerrard und Lampard nicht miteinander spielen können. Und daß Wales ein eigenes Nationalteam hat.
Dann ein Spieltag ohne eine sehenswerte Partie. Wenn Benzema gegen eine Mannschaft drei Tore schießt (eins müssen wir leider abziehen), dann ist es entweder erste Runde im spanischen Pokal oder WM gegen "bloßfüssige" (österreichischer Jargon). Daß auch aus Gruppe E zwei weiterkommen beschert den Gegnern der beiden in der K.o.-Runde eine Art Freilos. Eine öde und sportlich ganz schwache Gruppe. Wenn Honduras hier nicht durchkommt, dann schaffen sie es nie ins Achtelfinale. Argentinien hat auch gespielt, ein weiterer Favorit, nicht ganz geheim. Nicht überzeugend, aber immerhin den schwersten Gruppengegner gleich besiegt.
Zwischenfazit: Ganz gute WM, ganz guter Fußball, ganz gut gefüllte Stadien, mässige bis ganz gute Schiedsrichterleistungen.
Und zum Schluß noch ein Wort zum FC Bayern. Erst platzt die Meldung vom Einrücken des Hoeneß mitten in die Vorbereitung. Der Uli hat noch jedem Bundestrainer außer dem Kaiser das Leben schwer gemacht. Und dann auch noch die prophylaktische Sperre gegen den Franz! Wie sollen sich die FCB-Spieler denn jetzt noch aufs Spiel konzentrieren? Böse FIFA.
Blatters Verhalten erinnert mich an Capitan Renault aus "Casablanca". Läßt Rick's Cafe durchsuchen, sagt, er sei empört, habe gehört, hier gebe es illegale Glückspiele und bekommt in diesem Moment seinen Spielgewinn vom Croupier ausgehändigt. Was - Korruption in der FIFA? Die Vergabe nach Rußland und Katar nicht ganz hasenrein? Davon habe ich, Sepp Blatter ja keine Ahnung.
Das erste Spiel: Ganz gut. Die sagenumwobene Abwehr der Brasilianer ist anfällig. Neymar gut, Oscar noch besser. Hulk, mein Lieblingsspieler der Gastgeber, diese Mischung aus Briegel und Brasilianer, leider schwach. Ich freue mich immer, wenn die gefeierten Superstars liefern, wie im Eröffnungsspiel Neymar. Da trennt sich Spreu vom Weizen. Kam fast ganz ohne Schnickerchen und sonstige Mätzchen aus, fiel auch nicht dauernd.
Dann Mexiko gegen Kamerun, noch schwächeres Schiedsrichtergespann, kein erbauliches Spiel, ein verdienter Sieger, geschlagene Kameruner, wie begossene Pudel vom Feld schleichend. Später ein erstes Highlight, die Neuauflage des letzten Finals. Oranje in blau, macht alles richtig, kontert überfallartig, die zwei Weltklassestürmer entscheiden das Spiel. Die Weichen hilft der Schiri stellen, indem er ein Foul der eindeutigsten Kategorie durchgehen läßt, wodurch das entscheidende 3:1 fällt. Bilanz: einzig Iniesta in annähernder Normalform, eine Innenverteidigung, die sich 5x düpieren läßt und ein von allen guten Geistern verlassener Casillas, das reicht für unsere Nachbarn. Spanien ist noch nicht raus, ist nicht gar so schlecht wie es in dem Spiel aussah, aber eben auch längst nicht so gut, wie sie vor dem Turnier gemacht wurden. Braucht nur einen Gegner, der sich nicht totstellt. Die Niederlande andererseits nicht so gut, wie es scheinen mag, auf Van Persie und Robben angewiesen, damit auch auszurechnen.
Weiter mit Chile gegen Australien, nicht gesehen, nichts verpasst.
Anderntags Kolumbien, einer von etwa zwanzig Geheimfavoriten, und Griechenland. Die Griechen, immer noch und immer wieder eine schallende Ohrfeige für den Fußball. Und Gekas haut noch auf die zweite Wange, obwohl sie ihm weder in Frankfurt noch in Belo Horizonte hingehalten wurde. Schwamm über dieses uninteressante Spiel, beide Teams nicht der Rede wert.
Elefenbeinküste-Japan, auch nicht gesehen und Djapka hat auch nicht gespielt.
Nächstes Highlight: Uruguay, noch so ein Geheimfavorit und Costa Rica, vielleicht jetzt als Geheimfavorit nachzunominieren. Tolle zweite Halbzeit, erste hatte ich ausgelassen. Man merkt jetzt schon deutliche Unterschiede zwischen organisiert und strukturiert spielenden und planlosen Mannschaften. Und nichts ist zu sehen von den erwarteten dominierenden Abwehrreihen, gegen die kein Durchkommen ist und auch nicht davon, daß 1:0 Führungen nicht aufzuhaolen sind.
Dann Italien, der Schrecken aller, haben in der WM-Geschichte wohl schon die Hoffnungen aller ambitionierten Nationen mindestens einmal zerstört. Mit Pirlo der coolste Spieler der Welt in ihren Reihen, spielte sogar durch, nie aufgeregt, nie Ruhe und Übersicht verlierend, an allen Angriffen irgendwie beteiligt. Sie suchen ihn, sie hofieren ihn. Von Bryan Robson hieß es in den 80ern, seine Mannschaft würde ohne ihn nicht mal den Abflugschalter finden. Was finden dann die Italiener nicht ohne Pirlo? Den Weg über die Mittellinie. Löw hatte also doch recht mit seiner Taktik im Halbfinale der Euro, Kroos und Özil haben es nur schlecht umgesetzt. Andererseits traten die Azzurri ohne Buffon an. Der andere ist zwar offensichtlich ein besserer Torhüter, aber ich habe den alten Mann bei der Nationalhymne vermisst. Seit Littbarski hat keiner mehr so falsch und laut singend seine Hymne verhunzt wie Buffon.
Gegner der Italiener waren die Engländer, die ein gutes Spiel machten, aber gegen Italien ist einfach kein Kraut gewachsen (im übrigen eine tolle doppeldeutige Schlagzeile, falls wir es wieder nicht schaffen sollten). Dumm auch, daß Gerrard und Lampard nicht miteinander spielen können. Und daß Wales ein eigenes Nationalteam hat.
Dann ein Spieltag ohne eine sehenswerte Partie. Wenn Benzema gegen eine Mannschaft drei Tore schießt (eins müssen wir leider abziehen), dann ist es entweder erste Runde im spanischen Pokal oder WM gegen "bloßfüssige" (österreichischer Jargon). Daß auch aus Gruppe E zwei weiterkommen beschert den Gegnern der beiden in der K.o.-Runde eine Art Freilos. Eine öde und sportlich ganz schwache Gruppe. Wenn Honduras hier nicht durchkommt, dann schaffen sie es nie ins Achtelfinale. Argentinien hat auch gespielt, ein weiterer Favorit, nicht ganz geheim. Nicht überzeugend, aber immerhin den schwersten Gruppengegner gleich besiegt.
Zwischenfazit: Ganz gute WM, ganz guter Fußball, ganz gut gefüllte Stadien, mässige bis ganz gute Schiedsrichterleistungen.
Und zum Schluß noch ein Wort zum FC Bayern. Erst platzt die Meldung vom Einrücken des Hoeneß mitten in die Vorbereitung. Der Uli hat noch jedem Bundestrainer außer dem Kaiser das Leben schwer gemacht. Und dann auch noch die prophylaktische Sperre gegen den Franz! Wie sollen sich die FCB-Spieler denn jetzt noch aufs Spiel konzentrieren? Böse FIFA.
Blatters Verhalten erinnert mich an Capitan Renault aus "Casablanca". Läßt Rick's Cafe durchsuchen, sagt, er sei empört, habe gehört, hier gebe es illegale Glückspiele und bekommt in diesem Moment seinen Spielgewinn vom Croupier ausgehändigt. Was - Korruption in der FIFA? Die Vergabe nach Rußland und Katar nicht ganz hasenrein? Davon habe ich, Sepp Blatter ja keine Ahnung.
Donnerstag, 1. Mai 2014
Die Abwehr des FC Bayern
Von Zeit zu Zeit sehe ich mir ein Champions-League- Spiel an, da es in diesem Wettbewerb gelegentlich auch guten Fußball, selten sogar Fußballfeste zu sehen gibt. Gestern war ein solches zu beobachten - für Freunde schnell und entschlossen vorgetragener Angriffe mit dem Ziel ein Tor zu erzielen. Für Freunde des uninspirierten Ballgeschiebes ohne Überraschungsmomente, ohne Spielwitz und ohne Zug zum Tor gab es auch dieses zu sehen, jedoch ohne Erfolg. Unterm Strich war es ein teilweise sehenswertes Spiel mit zum Teil lehrbuchmässig ausgespielten Angriffen und einem leistungsgerechten Ausgang. Insgesamt gab es in diesem Halbfinale zwischen Bayern und Madrid wohlwollend geschätzte fünf Torgelegenheiten des FCB, wobei mir nur eine wirkliche Chance auf ein Tor in Erinnerung ist, nämlich die von Götze im Hinspiel, als er an Casillas scheiterte. Mehr muß man über dieses Duell nicht wissen.
Nun zur Abwehr: Ich hoffe im Interesse der Entwicklung des FCB, daß man sich unter den Verantwortlichen intern kritischer mit den Leistungen der zurückliegenden Wochen auseinandersetzt, als man dies in der Öffentlichkeit tut. Hier steht nämlich die Abwehr und wehrt alle vermeintlichen und auch die verschwindend geringen tatsächlichen Angriffe ab, als ginge es dabei um Punkte oder Weiterkommen. Also mögen mir bitte Breitner, Lahm und Sammer erklären, wer denn ihrer Meinung nach jetzt auf einmal schlechtrede, was vorher alles von allen toll gefunden wurde. Es irritiert mich immer wieder, wenn auf etwas entgegnet wird, was gar nicht gesagt wurde. Niemand redet die Leistungen der Bayern von August bis März schlecht. Die waren gut und das bestreitet auch niemand. Die Leistungen seither waren nicht gut und auf die Gründe geben die Verantwortlichen keine Antworten. Zum Teil sind natürlich auch die Fragensteller aus der Journaille schuld, die eine mögliche Ursache vorwegnehmen, indem sie fragen, ob es ein Fehler gewesen sei, nach der feststehenden Meisterschaft die Spannung und den Rhythmus rauszunehmen. Das Antworten sollte man in einem Interview doch immer noch den Befragten überlassen. Dennoch ist die gebetsmühlenartig von Sammer vorgebrachte Replik, niemand wisse, wie man sich im Falle einer so früh entschiedenen Meisterschaft zu verhalten habe, weil das vorher noch keiner (nicht einmal der FC Bayern) geschafft habe, keine Antwort auf Fragen nach den Leistungen der vergangenen Wochen. Merkt scheinbar keiner der sogenannten Journalisten, jedenfalls wird von keinem versucht, eine Antwort darauf zu bekommen, warum die Mannschaft des FCB seit Wochen so mässig spielt. Wir haben eine Kultur des Nichtssagens und Danebenredens etabliert. Und die Bayern sind - wie meistens - überfordert, wenn es mal nicht so gut läuft, wie sie es gerne hätten. Die alte Selbstgefälligkeit auf dem Spielfeld ist wieder da und endlich, da nach einem Dreivierteljahr die Gegner aufhören zu kuschen, auch die Dünnhäutigkeit der Führungsetage. Nur daß die alten Reflexe nicht mehr greifen, nach denen früher üblicherweise die Gegner verbal und auf dem Transfermarkt attakiert worden wären - von der zuständigen Abteilung.
Und überhaupt Sammer: welche neun Titel hat der FCB eigentlich diese Saison gewonnen, wie Sie gestern nach dem Spiel sagten - auch ohne Zusammenhang zu Spiel oder Interview? Ich dachte, es wird um Meisterschaft, DFB-Pokal und Europapokal gespielt. Zählt jetzt auch der Fuji- Cup, der Franz Beckenbauer-Pokal, das Hallenmasters? Der historische Triumpf von Marrakesch? Oder war es Casablanca? Herbstmeisterschaft? Torjägerkanone? Tor des Monats?
Und der Breitner Paul? Markenbotschafter? "Wir kommen weiter, weil wir besser sind!" so tönte es aus ihm heraus. Hätten sie mal besser in den beiden Spielen gegen Real zeigen sollen. Hat am Sonntag im Fernsehen auch gesagt, früher hätten die Spieler die Taktik des Trainers auch schon mal eigenmächtig über den Haufen geworfen und anders gespielt als angeordnet. Auch davon keine Spur beim FCB von heute. Sie spielen schon jetzt so, wie der FC Barcelona am Ende der Ära Gardiola, als ihre Weltherrschaft zuende ging, als sie gegen Chelsea im CL-Halbfinale 2012 ähnlich einfallslos die Bälle hin und her schoben und scheiterten, wie jetzt die Bayern. Und ähnlich wie die Nationalmannschaft Spaniens in ihren schwachen Momenten, wenn Torschüsse verpönt scheinen. Vor diesen spanischen Verhältnissen muß die Bundesliga keine Angst haben.
Nun zur Abwehr: Ich hoffe im Interesse der Entwicklung des FCB, daß man sich unter den Verantwortlichen intern kritischer mit den Leistungen der zurückliegenden Wochen auseinandersetzt, als man dies in der Öffentlichkeit tut. Hier steht nämlich die Abwehr und wehrt alle vermeintlichen und auch die verschwindend geringen tatsächlichen Angriffe ab, als ginge es dabei um Punkte oder Weiterkommen. Also mögen mir bitte Breitner, Lahm und Sammer erklären, wer denn ihrer Meinung nach jetzt auf einmal schlechtrede, was vorher alles von allen toll gefunden wurde. Es irritiert mich immer wieder, wenn auf etwas entgegnet wird, was gar nicht gesagt wurde. Niemand redet die Leistungen der Bayern von August bis März schlecht. Die waren gut und das bestreitet auch niemand. Die Leistungen seither waren nicht gut und auf die Gründe geben die Verantwortlichen keine Antworten. Zum Teil sind natürlich auch die Fragensteller aus der Journaille schuld, die eine mögliche Ursache vorwegnehmen, indem sie fragen, ob es ein Fehler gewesen sei, nach der feststehenden Meisterschaft die Spannung und den Rhythmus rauszunehmen. Das Antworten sollte man in einem Interview doch immer noch den Befragten überlassen. Dennoch ist die gebetsmühlenartig von Sammer vorgebrachte Replik, niemand wisse, wie man sich im Falle einer so früh entschiedenen Meisterschaft zu verhalten habe, weil das vorher noch keiner (nicht einmal der FC Bayern) geschafft habe, keine Antwort auf Fragen nach den Leistungen der vergangenen Wochen. Merkt scheinbar keiner der sogenannten Journalisten, jedenfalls wird von keinem versucht, eine Antwort darauf zu bekommen, warum die Mannschaft des FCB seit Wochen so mässig spielt. Wir haben eine Kultur des Nichtssagens und Danebenredens etabliert. Und die Bayern sind - wie meistens - überfordert, wenn es mal nicht so gut läuft, wie sie es gerne hätten. Die alte Selbstgefälligkeit auf dem Spielfeld ist wieder da und endlich, da nach einem Dreivierteljahr die Gegner aufhören zu kuschen, auch die Dünnhäutigkeit der Führungsetage. Nur daß die alten Reflexe nicht mehr greifen, nach denen früher üblicherweise die Gegner verbal und auf dem Transfermarkt attakiert worden wären - von der zuständigen Abteilung.
Und überhaupt Sammer: welche neun Titel hat der FCB eigentlich diese Saison gewonnen, wie Sie gestern nach dem Spiel sagten - auch ohne Zusammenhang zu Spiel oder Interview? Ich dachte, es wird um Meisterschaft, DFB-Pokal und Europapokal gespielt. Zählt jetzt auch der Fuji- Cup, der Franz Beckenbauer-Pokal, das Hallenmasters? Der historische Triumpf von Marrakesch? Oder war es Casablanca? Herbstmeisterschaft? Torjägerkanone? Tor des Monats?
Und der Breitner Paul? Markenbotschafter? "Wir kommen weiter, weil wir besser sind!" so tönte es aus ihm heraus. Hätten sie mal besser in den beiden Spielen gegen Real zeigen sollen. Hat am Sonntag im Fernsehen auch gesagt, früher hätten die Spieler die Taktik des Trainers auch schon mal eigenmächtig über den Haufen geworfen und anders gespielt als angeordnet. Auch davon keine Spur beim FCB von heute. Sie spielen schon jetzt so, wie der FC Barcelona am Ende der Ära Gardiola, als ihre Weltherrschaft zuende ging, als sie gegen Chelsea im CL-Halbfinale 2012 ähnlich einfallslos die Bälle hin und her schoben und scheiterten, wie jetzt die Bayern. Und ähnlich wie die Nationalmannschaft Spaniens in ihren schwachen Momenten, wenn Torschüsse verpönt scheinen. Vor diesen spanischen Verhältnissen muß die Bundesliga keine Angst haben.
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| Kam mit gegnerischen Abwehrreihen wesentlich besser zurecht als mit seiner Rolle als Repräsentant und Redner. |
Donnerstag, 17. April 2014
WM-Rückblicke: Deutsche Spielorte 1974
Freitag, 4. April 2014
Stadionalbum 32: 1060 West Adison Street, Chicago
In diesem Jahr feiert das zweitälteste noch genutzte Stadion der Major League seinen 100. Geburtstag. Wrigley Field, damals noch nicht unter dem Namen der Kaugummi-Dynastie, der über Jahrzehnte die Chicago Cubs gehörte, und auch noch nicht Heimstätte der Cubs, wurde 1914 eröffnet. Die Cubs zogen 1916 hier ein und sind trotz oder wahrscheinlicher sogar wegen ihrer anhaltenden Erfolglosigkeit eine der populärsten Baseballmannschaften der USA. Das Stadion gehört zu den mythenumranktesten Stätten der Baseball- und der populären Kultur der USA, kommt in zahlreichen Filmen zur Geltung, gehört zu Chicago wie die barocken alten Hochhaustürme, der Blues und Lake Michigan. Wrigley gehört zu der Handvoll Orten, die jeder Amerikaner einmal besucht haben muß, ähnlich wie Graceland, Disneyland oder Grand Canyon. Es fallen mir keine vergleichbaren Stadien in Europa ein, die einen ähnlichen kulturellen Status haben wie dieser wunderschöne, klassische "Ballpark". Ich war einmal dort bei einem Spiel, Mittwochs um 13.00 Uhr, es kamen 37.000 Zuschauer! Wo wäre so etwas möglich, außer beim Baseball, dieser ur-amerikanischen Sportart?
Wrigley Field liegt nördlich des Stadtzentrums in einer gepflegten, von hübschen Stadthäusern, gemütlichen Kneipen und kleinen Läden geprägten Gegend, ganz anders als Comiskey Park, das Stadion der White Sox in der berüchtigten und schmuddeligen South Side. Neben der angenehmen Nachbarschaft, in die das Stadion, typisch für die Ära, aus der es stammt, dicht eingebettet ist, macht auch die klassische Architektur, die kaum durch Renovierungen verfälscht wurde, dieses Stadion zu einem Juwel. Selbst die erst in den 80er Jahren gegen heftige Proteste der Bevölkerung eingebaute Flutlichtanlage passt ästhetisch. Wrigley war das letzte Stadion der Liga ohne Flutlicht, die zur Installation in den 40er Jahren bereitliegende Anlage war dem großen Metallbedarf der Kriegszeit zum Opfer gefallen und dann hatte man es einfach 40 Jahre lang so gelassen. Neben der markanten Fassade mit dem legendären roten Schild sind auch die efeuberankten Backsteinmauern Wahrzeichen des Stadions, die von jedem Amerikaner erkannt werden. Entlang des right Field sind auf den Häuserdächern Zusatztribünen, für die inzwischen saftige Eintrittsgelder erhoben werden. Im Stadion spielen die Cubs, wie gesagt sehr erfolglos, der letzte Meistertitel der seit 1876 in der National League beheimateten Mannschaft datiert von 1908! Das stört die Fans wenig, hier hat man Spaß, der Zuschauerschnitt liegt konstant bei fast 40.000, viel mehr passen hier gar nicht rein.
Wrigley Field liegt nördlich des Stadtzentrums in einer gepflegten, von hübschen Stadthäusern, gemütlichen Kneipen und kleinen Läden geprägten Gegend, ganz anders als Comiskey Park, das Stadion der White Sox in der berüchtigten und schmuddeligen South Side. Neben der angenehmen Nachbarschaft, in die das Stadion, typisch für die Ära, aus der es stammt, dicht eingebettet ist, macht auch die klassische Architektur, die kaum durch Renovierungen verfälscht wurde, dieses Stadion zu einem Juwel. Selbst die erst in den 80er Jahren gegen heftige Proteste der Bevölkerung eingebaute Flutlichtanlage passt ästhetisch. Wrigley war das letzte Stadion der Liga ohne Flutlicht, die zur Installation in den 40er Jahren bereitliegende Anlage war dem großen Metallbedarf der Kriegszeit zum Opfer gefallen und dann hatte man es einfach 40 Jahre lang so gelassen. Neben der markanten Fassade mit dem legendären roten Schild sind auch die efeuberankten Backsteinmauern Wahrzeichen des Stadions, die von jedem Amerikaner erkannt werden. Entlang des right Field sind auf den Häuserdächern Zusatztribünen, für die inzwischen saftige Eintrittsgelder erhoben werden. Im Stadion spielen die Cubs, wie gesagt sehr erfolglos, der letzte Meistertitel der seit 1876 in der National League beheimateten Mannschaft datiert von 1908! Das stört die Fans wenig, hier hat man Spaß, der Zuschauerschnitt liegt konstant bei fast 40.000, viel mehr passen hier gar nicht rein.
Donnerstag, 3. April 2014
Stadionalbum 31: Westfalenstadion
Vor kurzem jährte sich zum 40. Mal die Eröffnung des Dortmunder Westfalenstadions, seinerzeit eines der größten Zweitligastadien Deutschlands. Für die WM 74 neu gebaut, als Nachfolger der alten "Rote Erde Kampfbahn", deren Haupttribüne fortan und bis heute direkt an das neue Stadion angrenzt. Das Westfalenstadion war das einzige Stadion ohne Laufbahn bei der WM 74 und erreichte mit 54.000 Plätzen als einziges nicht die eigentlich vorgeschriebene Kapazität von 60.000.
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